Garmin Venu 2 Testbericht: Wie gut ist Garmins neue Sportuhr?

Erst vor wenigen Wochen habe ich meinen Testbericht zur Garmin Venu veröffentlicht. Wie es der Zufall so wollte, kam tatsächlich in genau diesem Zeitraum auch schon die Venu 2 auf den Markt und ich konnte natürlich wieder einmal nicht anders, als auch diese Sportuhr auf Herz und Nieren zu testen.
Alles, was du zu Garmins neuer Uhr, der Venu 2 wissen musst und welche Vor- und Nachteile sie mit sich bringt, das wirst du im heutigen Testbericht erfahren. Viel Spaß! 😉

Garmin Venu 2 Gesundheits-Übersicht

Vor- und Nachteile der Garmin Venu 2

Vorteile

  • bestechendes AMOLED-Display
  • viele Sportmodi
  • leicht und alltagstauglich
  • viele tolle Alltagsfunktionen
  • gute Akkulaufzeit
  • verbesserte Pulsmessung gegenüber der Garmin Venu 

Nachteile

  • nicht so große Tiefe an Trainingsfunktionen
  • smarte Funktionen eingeschränkt
Angebot
Garmin Venu 2 GPS Fitness Smartwatch
• sehr schönes AMOLED-Display 
• gute Akkulaufzeit
• viele Sport- und Alltagsfunktionen
• verbesserte Pulsmessung


Optik und Display der Garmin Venu 2 

Nachdem ich bereits von der Garmin Venu begeistert war, konnte ich es wieder einmal kaum abwarten, Garmins neueste Sportuhr in Empfang zu nehmen. Ich habe bereits über 50 Sportuhren getestet, aber meine Vorfreude ist jedes Mal aufs Neue riesig. Als der Postbote dann an meiner Tür geklingelt hat, habe ich das Paket wieder einmal mit einem großen Lächeln entgegengenommen.

Um dich jetzt auch nicht zu lange auf die Folter zu spannen, fangen wir am besten direkt an mit meinem Testbericht! 😉 Zunächst mal zu den Basics:

Ich habe mich jetzt für die Standard-Version der Garmin Venu 2 entschieden, die einen Gehäusedurchmesser von 45 mm hat. Es gibt allerdings auch, was es bei der Venu 1 noch nicht gab, ein kleineres Modell mit der Venu 2S. Bei diesem ist das Gehäuse dann nur noch 40 x 40 mm groß und damit noch besser für schlanke Handgelenke geeignet.

Insgesamt gibt es rein optisch wenige bis gar keine Veränderungen zur ersten Version. Das Gehäuse ist in der Standard-Version minimal größer als das der Venu 1 und die Riffelung der Lünette ist ein klein wenig anders. Und mit “klein wenig“ meine ich, dass es auch mir nach wie vor wirklich schwerfällt, beide Uhren überhaupt auseinander zu halten! 😉

Generell besteht auch bei der Venu 2 die Lünette weiterhin aus Edelstahl und der Rest der Uhr aus Plastik, wodurch die Uhr mit nur 49 Gramm auch weiterhin sehr, sehr leicht ist.

👉 das verbaute AMOLED-Display ist ein Highlight der Uhr

Das Highlight der Uhr ist auch bei der Venu 2 wieder das verbaute AMOLED-Display. Für alle, die meinen Testbericht zum Vorgängermodell noch nicht gelesen haben, hier nochmal eine kurze Erklärung dazu: Die meisten Sportuhren verfügen heutzutage nicht über AMOLED-Displays, sondern über transflektive Memory-in-Pixel, kurz MIP-Displays.

Diese sind, wie der Name bereits sagt, transflektiv, was bedeutet, dass sie ihr Umgebungslicht reflektieren, dafür aber von sich aus kein Licht aussenden. Das führt dann dazu, dass diese Art von Displays in dunklen Umgebungen teilweise nicht optimal abzulesen sind, da hier auch wenig Licht reflektiert werden kann. In hellen Umgebungen, wie unter direkter Sonneneinstrahlung können diese Displays dann hingegen ihre Stärken so richtig ausspielen.

Die Venu 2 hat allerdings wie gesagt im Gegensatz zu den meisten Sportuhren ein AMOLED-Display verbaut. Dieses nutzt nicht die gerade genannte Reflektivtechnik, sondern sendet von sich aus Licht aus. Dadurch bietet die Venu 2 deutlich kräftigere, kontrastreichere Farben, als zum Beispiel die Vivoactive 4. Das wird auf dem folgenden Foto deutlich, auf dem wir beide Uhren im Innenraum sehen:

Garmin Venu 2 vs Vivoactive 4

Im Innenraum kommt das Display der Venu 2 (rechts) deutlich besser zum Vorschein als das der Vivoactive 4 (links).

Wenn ich jetzt allerdings mal rausgehe und sie beide unter starker Sonneneinstrahlung teste, dann sehen wir schon ein ganz anderes Bild, nämlich, dass hier das MIP-Display der Vivoactive 4 besser zum Vorschein kommt:

Garmin Venu 2 vs Vivoactive 4 Sonne

Display unter direkter Sonneneinstrahlung: Vivoactive 4 (links) vs. Venu 2 (rechts) 

Auch die Venu 2 ist hier in den meisten Fällen noch ganz gut ablesbar, aber teilweise kommt es hier auch zu Schwierigkeiten.
Insgesamt ist das Display der Venu 2 auf jeden Fall sehr gelungen, aber es hängt auch davon ab, was dir persönlich wichtig ist.

Akkulaufzeit der Garmin Venu 2

Eine Sache, die unmittelbar mit der Art des Displays in Verbindung steht ist auch die Akkulaufzeit. Da AMOLED-Displays nicht einfach nur ihr Umgebungslicht reflektieren, sondern selber Licht aussenden, haben sie auch einen höheren Energieverbrauch. Viele Smartwatches halten daher heutzutage nur wenige Tage durch.

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich persönlich hasse es einfach, wenn sich der Akku einer Sportuhr binnen weniger Stunden leersaugt und man sich während einer längeren Trainingseinheit nicht auf die Uhr verlassen kann. Garmin hat es hier glücklicherweise geschafft, bei der Venu 2 trotz des Displays eine durchaus beachtliche Akkulaufzeit herzuzaubern.

Garmin Venu 2 Akkulaufzeit

Laut dem schweizerisch-amerikanischen Hersteller hält die Uhr im Smartwatch-Modus bis zu 11 Tage, im GPS-Modus mit Musik bis zu 8 Stunden und im GPS-Modus ohne Musik bis zu 22 Stunden.
Die 11 Tage, die für den Smartwatch-Modus angegeben werden, sind meinen Erfahrungen zufolge aber nicht wirklich erreichbar bzw. nur, wenn man die Uhr so gut wie gar nicht verwendet und schon gar keine Trainingseinheiten aufzeichnet.

Ich habe so gut wie jeden Tag ein Training mit der Uhr aufgezeichnet und sie generell rund um die Uhr getragen und bei mir hält die Uhr im Normalfall in etwa 4-5 Tage durch, was auf jeden Fall deutlich besser ist als bei den meisten anderen Uhren mit AMOLED-Display.

Energiesparmodus als neue Funktion

Neu im Vergleich zum ersten Venu-Modell ist in diesem Zusammenhang auch der Batteriemanager. Hier kannst du nun nämlich den Energiesparmodus aktivieren. In meinem Fall kann ich die Akkulaufzeit der Venu 2 durch den Energiesparmodus zum Beispiel von 4 auf 9 Tage erhöhen.
Dabei wird dir dann auch direkt angezeigt, was durch Aktivieren dieses Modi alles deaktiviert wird, nämlich zum Beispiel die Musikfunktion oder der Pulsoximeter und außerdem wird die Helligkeit automatisch runtergeschraubt und die Zeit, bis sich das Display ausstellt, wird ebenfalls verringert.

Insgesamt kann man zur Akkulaufzeit sagen, dass diese für eine Uhr mit AMOLED-Display sehr gut ist, aber im Vergleich zu vielen anderen Sportuhren mit MIP-Display schon ein bisschen geringer ausfällt. Für die allermeisten von uns wird das aber höchstwahrscheinlich ausreichen und auch ich als großer Akku-Kritiker bin durchaus positiv gestimmt. 😉

Menü und Funktionen der Garmin Venu 2 

Was die Optik und das Display angeht, gibt es bei der Venu 2 wenige Änderungen im Vergleich zum Vorgänger. Was sich allerdings sehr wohl geändert hat, ist der Aufbau des Menüs. Vorher war es so, dass die einzelnen Widgets bzw. Menüpunkte den ganzen Bildschirm eingenommen haben. Nun ist es ähnlich wie zum Beispiel auch bei der Fenix 6 so, dass wir so genannte “Widget Übersichten“ haben. Das bedeutet, wir sehen immer bis zu 3 Widgets gleichzeitig und können dann mit einem Klick näher in jedes Widget reinspringen.

Das macht meiner Meinung nach vor allem dann Sinn, wenn du die Daten verschiedener Menüpunkte miteinander vergleichen willst. Du kannst also auf einen Blick sehen, wie viele Kalorien du verbrannt hast, wie viele Etagen du hochgelaufen bist und wie viele Intensitätsminuten dein Tag hatte und musst dafür nicht zwischen den einzelnen Menüpunkten hin- und herspringen. Natürlich kannst du dabei die Reihenfolge der Widgets auch selber festlegen und deiner Kreativität freien Lauf lassen! 😉

Garmin Venu 2 Menü

Dann wird es nun Zeit, dass wir mal einen genaueren Blick in die einzelnen Widgets werfen. Ähnlich wie auch schon bei der Vivoactive 4 oder eben der Venu 1 sind es auch hier wieder die vielen Alltagsfunktionen, die einem ins Auge springen.

👉 gute Alltagsfunktion z.B. Kalorienverbrauch und Flüssigkeitsaufnahme

Neben den drei Widgets, die ich eben schon mal erwähnt habe, hast du dann noch eines für die verbrannten Kalorien und eines zum Tracken der Flüssigkeitsaufnahme. Dort kannst du dir dann eben ein Tagesziel setzen - das ist in meinem Fall jetzt 2,8 Liter - und dann kannst du die Größe des Glases bzw. der Flasche einstellen und kannst dann dementsprechend deine Flüssigkeitszufuhr im Auge behalten und gucken, wie viel du bis zum Erreichen deines Tagesziels noch trinken solltest.

Funktion Body Battery - dein persönliches Energielevel

Dann haben wir als nächstes noch die Body Battery. Die gibt dir im Prinzip eine Auskunft über dein aktuelles Energielevel. Dabei wird eine Kombination aus Herzfrequenzvariabilität, Stress, Schlafqualität und Aktivität verwendet, um zu schätzen, wie viele Energiereserven dir während des Tages noch bleiben.

Beim Schlafen wird diese Body Battery natürlich aufgeladen und während des Tages wird sie je nachdem, wie aktiv du bist leergesogen. Das ist natürlich nur eine Schätzung, aber die Werte kamen mir hier durchaus schlüssig vor und im Alltag mal einen Blick auf die Body Battery zu werfen, kann sicherlich nicht schaden. Dazu muss man auch noch sagen, dass für die Body Battery hier insgesamt ein neuer Algorithmus angewendet wurde, wodurch die Ergebnisse auch nochmal realistischer waren bzw. sind.

Funktion Stresslevel

 Im gleichen Zusammenhang kannst du auch noch dein Stresslevel im Überblick behalten, also sehen zu welchen Zeiten des Tages du den größten oder geringsten Stress hattest und im nächsten Widget kannst du auch noch deine Atemfrequenz verfolgen.

Garmin Venu 2 Schlafanalyse

Garmin Venu 2 Schlafanalyse

Funktion Pulsoximeter

Die Venu 2 verfügt neben dem Herzfrequenzsensor auch über einen Spo2-Sensor bzw. einen Pulsoximeter, mit dem die Sauerstoffsättigung des Bluts gemessen werden kann. Diese Werte sind besonders für Menschen interessant, die viel in den Bergen unterwegs sind und wissen möchten, wie sich ihr Körper in verändernden Höhen akklimatisiert.

Daneben sind die Werte des Pulsoximeters aber auch noch beim Schlafen interessant und das bringt uns auch direkt zum nächsten Widget, nämlich der Schlafanalyse. Hier gibt es auch ein paar Neuerungen, und zwar vor allem ebenfalls in Form eines neuen Algorithmus, nämlich dem der Firma Firstbeat.

Trainingsmodus

Mit der Body Battery, dem Stresslevel, der Atmung, dem Pulsoximeter, dem Flüssigkeitstracking und der verbesserten Schlafanalyse bietet die Venu 2 wirklich sehr viele nützliche Alltagsfunktionen. Doch wie sieht es mit den Trainingsfunktionen aus?

übliche Modi - Laufen, radfahren, Schwimmen, Kraftraining HIIT

 Im Trainingsmodus haben wir auch hier erstmal wieder die üblichen Verdächtigen, wie Laufen, Radfahren und Schwimmen. Ich habe jetzt in meinem Fall noch Krafttraining und HIIT hinzugefügt und du kannst natürlich auch noch zahlreiche weitere Sportarten hinzufügen, also zum Beispiel Treppensteigen, Yoga, Crosstraining, Rudern und so weiter.

Auf ein paar dieser Profile kommen wir gleich auch noch kurz zu sprechen, aber schauen wir uns erstmal an, was bei einer Trainingseinheit so alles aufgezeichnet wird. Beim Laufen kannst du dir zum Beispiel deine Gesamtzeit, Rundenzeit, Distanz, Geschwindigkeit, Durchschnittspace, Herzfrequenz oder auch die Höhenmeter anzeigen lassen.

Beim Schwimmen können zum Beispiel noch deine Schwimmzüge, dein Schwimmstil oder der SWOLF-Wert erkannt werden.

Das ist auf jeden Fall schon mal nicht schlecht und wird für den Großteil der Sportler auch ausreichen, doch die Tiefe an Trainingsfunktionen ist bei anderen klassischen Sportuhren schon nochmal höher.

Also bei Premium-Sportuhren, wie der Garmin Fenix 6, kannst du dir dann wirklich sowas berechnen lassen, wie deine Laufeffizienz, also zum Beispiel Werte, wie das so genannte vertikale Verhältnis, welches das Verhältnis deiner Hoch- und Tiefbewegungen, sowie deiner Schrittlänge während des Laufens berechnet und dir somit zeigt, wie effizient dein Laufstil ist. Auch beim Radfahren kannst du dir deine Cycling Dynamics und vieles mehr anzeigen lassen.

Das reiht sich auch in das Fazit ein, welches ich auch schon zur Garmin Venu getroffen habe. Dort habe ich gesagt, dass die Venu keine Profi-Sportuhr ist, mit der Profi Sportler jede Trainingsstatistik bis ins kleinste Detail verfolgen können.

Viel eher ist diese Uhr eine Art Mischung aus Smartwatch und Sportuhr bzw. wie ich es damals ausgedrückt habe: Eine smarte Fitnesswatch für den Gelegenheitssportler.

Modi - animierte Fitnessübungen

Statt Statistiken, wie der Bodenkontaktzeit oder dem vertikalen Verhältnis bietet die Garmin Venu 2 zum Beispiel die animierten Fitnessübungen, mit denen Anfänger ohnehin viel mehr anfangen können. Diese waren bereits bei der ersten Version der Venu mit an Bord und sind jetzt nochmal überarbeitet worden.

Garmin Venu 2 Muskel-Übersicht

Garmin Venu 2 Muskel-Übersicht

Wenn wir also mal in den Modus “Krafttraining“ gehen, dann können wir hier auf “Trainings“ gehen und haben dann hier ein paar vorgefertigte Trainingseinheiten. Dort sehen wir dann wie das Ganze aufgebaut ist und können dann in jede einzelne Übung nochmal reinspringen und uns angucken, wie wir sie ausführen sollten und welche Muskeln dabei genau trainiert werden.

Garmin Venu 2 Animierte Übungen

Garmin Venu 2 Animierte Übungen

Modi - Yoga Workouts

Das Ganze gibt es nicht nur im Krafttraining-Modus, sondern auch noch beim Yoga. Auch dort haben wir Workouts, die direkt auf der Venu 2 installiert sind und können uns dann für die einzelnen Übungen mithilfe dieser Animation angucken, wie die Ausführung funktioniert.

Garmin Venu 2 Animierte Übungen Yoga

Smartphone App

Mithilfe der Smartphone App kannst du dann auch noch weitere Workouts auf die Uhr laden. Insgesamt sind diese animierten Übungen sehr interessant und besonders für Anfänger sehr hilfreich. Und auch mir haben diese Animationen vor allem bei den Yoga-Workouts, bei denen ich jetzt nicht jede Übung auf Anhieb kannte, teilweise echt sehr weitergeholfen. 😉

Modi - HIIT Modus

Neben diesen ganzen altbekannten Sportprofilen sind auch noch ein paar neue hinzugekommen. Darunter zum Beispiel ein HIIT Modus, was mich persönlich sehr gefreut hat, denn dort haben wir nun ebenfalls vorinstallierte Workouts inklusive der animierten Übungen. Daneben sind auch zum Beispiel noch das Wandern, Indoorklettern und Bouldern hinzugekommen.

Modi - Gesundheits-Übersicht

Ein weiterer Trainingsmodus, über den ich auch noch kurz sprechen möchte, ist die Gesundheits-Übersicht. Die ist auch bei den Aktivitäten gelistet und ist insgesamt wohl die entspannteste Aktivität, die man so machen kann, denn dabei muss man einfach nur 2 Minuten ruhig sitzen.
Dabei werden dann deine aktuellen Gesundheitsdaten gemessen, also deine Herzfrequenz, die Sauerstoffsättigung des Bluts, die Atemfrequenz, das Stresslevel und die Herzfrequenzvariabilität. Das wird dir dann im Anschluss nochmal alles aufgelistet angezeigt und so kannst du ganz einfach eben deine Gesundheitsdaten im Überblick behalten und zum Beispiel an verschiedenen Tagen miteinander vergleichen.

Ein Modus, der auch bei der Venu 2 weiterhin nicht mit dabei ist, ist hingegen der Trail Run Modus für alle, die auch mal abseits der klassischen Laufstrecken unterwegs sind. Dieser war zum Beispiel sogar bei der deutlich günstigeren Garmin Forerunner 245 bereits mit dabei, fehlt aber leider weiterhin bei der Venu 2.

Fazit Modi der Garmin Venu 2

Insgesamt lässt sich zu den Funktionen der Venu 2 also sagen: Zwar nicht die größte Tiefe an Trainingsfunktionen, also keine wirklich extrem fortgeschrittenen Trainingsstatistiken, dafür aber sehr, sehr viele nützliche Alltagsfunktionen, die besonders für Anfänger und Gelegenheitssportler sehr sinnvoll sind.
Und auch fortgeschrittene Sportler werden dabei bei einigen dieser Funktionen sicherlich auf ihre Kosten kommen.

Smarte Funktionen der Garmin Venu 2 

Ich habe ja gerade bereits kurz gesagt, dass die Uhr für mich eine Kombination aus Sportuhr und Smartwatch ist. Schauen wir uns also erstmal noch die smarten Funktionen an.

Alltags Widgets

Auch hierzu haben wir direkt Widgets auf der Uhr, und zwar einmal ein

  • Kalender-Widget,
  • Wetter-Widget
  • Benachrichtigungs-Widget.

Beim Wetter-Widget siehst du einmal die aktuelle Temperatur und die Regenwahrscheinlichkeit und dann siehst du weiter unten noch die Prognosen für die nächsten Stunden und die nächsten Tage und ganz unten siehst du dann auch noch die Luftfeuchtigkeit und den UV-Index.

Bei den Benachrichtigungen werden dir alle möglichen Nachrichten angezeigt, die auch so auf deinem Smartphone ankommen bzw. du kannst über die App individuell einstellen, von welchen Apps du Benachrichtigungen auf der Uhr erhalten willst.

Im Gegensatz zu manchen reinen Smartwatches kannst du auf diese Nachrichten allerdings nicht antworten. Du siehst also zum Beispiel WhatsApp Nachrichten auf der Uhr, kannst dort aber nur mit einigen vorgefertigten Nachrichten antworten, die du auch über die App individuell festlegen kannst, aber einen ganzen Text kannst du über die Venu 2 nicht verfassen.

Garmin Venu 2 Musik-Funktion

Garmin Venu 2 Musik-Funktion

Garmin Pay und Musikfunktion

Weitere smarte Funktionen sind zum Beispiel das kontaktlose Bezahlen mit Garmin Pay und auch die Musikfunktion. Das heißt, du kannst die Musik deines Smartphones über die Uhr steuern und auch ohne, dass du dein Handy dabei hast, kannst du Musik hören, denn die Uhr hat auch einen eigenen Musikspeicher.
Bei der ersten Version der Venu konntest du 500 Songs auf die Uhr laden, nun bietet die Venu 2 Platz für bis zu 2000 Songs. Das sollte selbst für riesige Musikfans genug sein, um alle Lieblingslieder unterzubringen! 😉

Genauigkeit der Pulsmessung bei der Venu 2

Kommen wir dann als Nächstes, wie gerade bereits angesprochen, nochmal auf die Pulsmessung zu sprechen. Hierfür wurde nun nämlich ein neuer optischer Pulssensor verbaut. Wie du auf dem folgenden Bild sehen kannst, ist dieser auch etwas anders aufgebaut als noch bei der Venu 1:

Garmin Venu 2 Pulssensor

Der neue optische Pulssensor der Garmin Venu 2 (rechts).

Bei der ersten Version war ich einigermaßen zufrieden mit der Pulsgenauigkeit, habe allerdings bei einigen anderen Uhren, wie der Forerunner 945 oder der Polar Vantage V2 auch schon bessere Ergebnisse erzielen können. Wie sieht es nun also bei der Venu 2 aus?

Um das zu testen, war ich wie immer mehrere Male mit der Uhr joggen und habe meinen Puls gleichzeitig von der Uhr und von einem Brustgurt (Polar H10)* aufzeichnen lassen. Alles für die Wissenschaft! 😉 Hier siehst du beide Ergebnisse im direkten Vergleich:

Garmin Venu 2 Pulsmessung Laufen

Puls-Genauigkeit der Venu 2 beim Joggen 

Am Anfang gab es einmal so eine kleine Abweichung, aber insgesamt sieht das Ganze, wie ich finde, doch schon sehr gut aus. Wie gesagt, schau dir gerne auch nochmal meinen Testbericht zur ersten Version der Venu an, doch ich kann dir schon mal sagen, dass die Ergebnisse hier bei der Venu 2 minimal besser sind.

Beim Laufen sind allerdings auch die allermeisten Sportuhren recht genau, da hier der Puls nicht stark schwankt und das Handgelenk halbwegs ruhig ist. Anders sieht es da bei einem HIIT Workout aus.

Hier sind die Ergebnisse nämlich schon deutlich ungenauer:

Garmin Venu 2 Pulsmessung HIIT

Puls-Genauigkeit der Venu 2 bei einem HIIT-Workout

Auch bei der Venu 2 wurde beim Puls von der Uhr nicht mehr 100%ig zuverlässig ermittelt, doch ich muss sagen, dass die Ergebnisse im Vergleich zu allen anderen Uhren, die ich bisher so getestet habe, auf jeden Fall zu den Besseren gehören.

Im mittleren Bereich wurden ein paar Pulsanstiege nicht von der Uhr erkannt, aber am Anfang und besonders am Ende sah das Ganze sehr ordentlich aus. Auch die minimale, durchschnittliche und maximale Herzfrequenz, die du in der oberen linken Ecke siehst, stimmen mit den Werten des Brustgurts überein.

Insgesamt konnte ich mit dem neuen Pulssensor der Venu 2 also tatsächlich eine etwas höhere Genauigkeit erzielen, als mit dem Vorgängermodell und auch im Vergleich zu anderen Uhren schlägt sich die Venu 2 in dieser Hinsicht sehr gut. Daumen hoch, Garmin! 😉

GPS-Genauigkeit der Garmin Venu 2 

Wer meine Beiträge schon etwas länger verfolgt, der weiß, dass ich neben der Pulsmessung natürlich auch immer das GPS auf seine Genauigkeit hin teste.
Dafür schwinge ich mich auf mein Fahrrad und fahre durch Gegenden mit verschiedenen GPS-Empfangsbedingungen, also durch Stadtgebiete, in denen es einfach sein sollte, meinen Standort zu erfassen, aber auch durch Bauernschaften und Waldabschnitte, in denen es das GPS etwas schwerer hat.

Dabei lasse ich meine Route von der Venu 2, sowie von der Fenix 6 (Testbericht)  und der Polar Vantage V2 aufzeichnen, die sich beide bereits als sehr genau herausgestellt haben. Hier die Ergebnisse:

Routenaufzeichnung Garmin Venu im Vergleich

Routenaufzeichnung (Rad) Garmin Venu im Vergleich zur Fenix 6

Routenaufzeichnung Garmin Venu im Vergleich 2

Im direkten Vergleich sehen wir, dass es, wie auch schon bei der ersten Version der Venu, keine nennenswerten Unterschiede gibt. GPS-technisch braucht sich die Venu 2 also nicht vor den Outdoor Uhren von Garmin, Polar und Co. zu verstecken.

Was die Venu 2 allerdings weiterhin nicht hat, ist eine wirkliche Navigationsfunktion. Du kannst zwar Positionen auf der Uhr speichern und dich zu diesen navigieren lassen, jedoch nur mit einer einfachen Pfeil-Navigation, die dir im Prinzip einfach die Luftlinie anzeigt. Du kannst also keine Karten auf die Uhr laden und topografische Karten, wie bei der Fenix 6, gibt es hier ohnehin nicht.

Angebot
Garmin Venu 2 GPS Fitness Smartwatch
• sehr schönes AMOLED-Display 
• gute Akkulaufzeit
• viele Sport- und Alltagsfunktionen
• verbesserte Pulsmessung

Fazit meines Garmin Venu 2 Tests

Was können wir denn nun unterm Strich zur Garmin Venu 2 festhalten? Im Vergleich zur ersten Version der Venu sind vor allem die folgenden Neuerungen hinzugekommen:

  • verbesserte animierte Übungen inklusive Muskel-Heatmap. Dazu jetzt auch animierte Übungen im HIIT-Modus
  • neue Sportprofile (HIIT, Wandern, Indoorklettern, Bouldern, ... und auch die Gesundheits-Übersicht)
  • verbesserte Schlafanalyse (neuer Firstbeat-Algorithmus)
  • neuer optischer Pulssensor (insgesamt etwas genauere Ergebnisse als noch bei der Venu 1)
  • Widgets sind anders aufgebaut; “Widget-Übersichten“
  • verbesserte Akkulaufzeit + es gibt nun einen Energiesparmodus (5 vs. 11 Tage im Smartwatch-Modus und 6 vs. 8 Stunden im GPS-Modus)

Wenn du bereits die Garmin Venu hast, ist es aus meiner Sicht nicht unbedingt nötig dir auch noch die Venu 2 zu holen, denn die Neuerungen sind zwar allesamt sehr sinnvoll, aber jetzt auch keine 400 Euro wert. Wenn du bisher noch keine Sportuhr oder Smartwatch hast, dann kann es durchaus Sinn machen, direkt zur Venu 2 zu greifen.

Insgesamt ist die Venu 2, wie auch schon das Vorgängermodell, ein perfektes Mittelding zwischen Sportuhr, Smartwatch und Fitnesstracker. Die Uhr bietet längere Akkulaufzeiten und mehr Sportfunktionen als die meisten Smartwatches und gleichzeitig vor allem ein deutlich schöneres Display als die meisten Sportuhren. Vor allem die Vielzahl an Alltagsfunktionen ist dabei beachtlich.

Ich hoffe, dass ich dir mit diesem Testbericht weiterhelfen konnte. Wenn du noch irgendwelche Fragen zu dieser Sportuhr hast, kannst du mich gerne jederzeit per Mail kontaktieren oder einfach einen Kommentar unter diesem Testbericht hinterlassen.

Ansonsten wünsche ich dir jetzt viel Spaß mit deiner neuen Garmin Venu 2! 😉

Autor: Bernd Lakenbrink
Seit ich denken kann, habe ich eine sehr große Leidenschaft für den Sport. Da ich zudem sehr technikaffin bin und meine Stärken immer schon im naturwissenschaftlichen Bereich lagen, habe ich beschlossen diese beiden Leidenschaften als Autor miteinander zu verbinden. Vor kurzem habe ich meinen Master in “Sports Technology“ an der Deutschen Sporthochschule in Köln abgeschlossen und bin als Autor und Youtuber tätig.