Sollte man Kompressionsstrümpfe nachts tragen?

Sollte man Kompressionsstrümpfe nachts tragen?

Modeberater schlagen Alarm, viele Menschen schütteln ungläubig mit dem Kopf, und dennoch sind hochgezogene Strümpfe aktuell wieder voll im Kommen! Die so genannten Kompressionsstrümpfe sind inzwischen der letzte Schrei! Nicht nur, dass die Strümpfe sich inzwischen auch modisch extrem weiterentwickelt haben, nein, auch aus gesundheitlicher Sicht bieten sie viele Vorteile!

Heute schauen wir uns daher mal an, warum Kompressionsstrümpfe so sinnvoll sind und werfen dabei einen besonderen Blick auf das Tragen von Kompressionsstrümpfen in der Nacht. Viel Spaß 😉

Frau schläft nachts
Sollte man auch nachts Kompressionsstrümpfe tragen? In diesem Artikel gehen wir dem Ganzen auf den Grund.

Was sind Kompressionsstrümpfe überhaupt?

Kompressionsstrümpfe sind natürlich keine gewöhnlichen Socken und dienen nicht nur optischen Zwecken. Kompression ist das Fachwort für Druckausübung und genau das ist das Prinzip hinter dieser Funktionskleidung: Die Kompressionsstrümpfe üben Druck auf unser Gewebe aus. Doch warum das Ganze?

Die Venen sind in unserem Körper dafür verantwortlich, das Blut von unseren Muskeln zurück zum Herzen zu befördern, damit dieses dort mit neuem, frischem Sauerstoff verabreicht werden kann. Im Laufe des Tages kann es vor allem bei Venenerkrankungen dazu kommen, dass sich Blut in den Gefäßen staut und es somit zu Blutgerinnseln kommt. Diese können unschöne Folgen haben.

Häufig äußert sich das anhand von Krampfadern. Diese entstehen einfach gesagt bei erweiterten Venen, bei denen die Venenklappen die Gefäße nicht mehr richtig verschließen können, woraufhin es zu Stauungen kommt. Und hier kommen die Kompressionsstrümpfe ins Spiel! 😉

Durch die Druckausübung der Kompressionsstrümpfe kommt es dazu, dass die Venen verengt werden. Die Venenklappen berühren sich wieder, und Stauungen werden verhindert. Dadurch aktivieren wir die Muskelpumpen der Venen und unterstützen die Venen somit auch bei der Durchblutung. Schwellungen der Beine sind damit Vergangenheit, und in vielen Fällen wird auch davon berichtet, dass die Beine sich einfach leichter anfühlen.

Zudem verringern wir damit das Risiko einer Thrombose, weshalb manchmal auch von Thrombosestrümpfen die Rede ist.

Wann sollte man Kompressionsstrümpfe tragen?

Marathonläufer mit Kompressionsstrümpfen
Beim Sport haben sich Kompressionsstrümpfe bereits bewährt. Wie sieht es mit dem Tragen in der Nacht aus?

Kompressionsstrümpfe kann man in vielen Lebenslagen tragen. Berichtet wird von positiven Effekten vor allem beim Sport, in der Schwangerschaft, während einer längeren Autofahrt oder während eines Fluges.

Während ein leistungsfördernder Effekt von Kompressionsstrümpfen beim Sport noch nicht eindeutig bewiesen werden konnte, so steht es mittlerweile außer Frage, dass die Funktionskleidung die Regeneration unterstützt. Das liegt natürlich vor allem daran, dass unsere Durchblutung angekurbelt wird und dadurch mehr Sauerstoff und weitere Nährstoffe zu den Muskeln gelangen. Nach dem Sport ist das Ganze also auf jeden Fall zu empfehlen!

Generell sind Kompressionsstrümpfe außerdem eigentlich immer dann sinnvoll, wenn ein gewisser Bewegungsmangel bevorsteht (z.B. bei einem längeren Flug), da hier das Risiko von Schwellungen und Verstauungen besonders hoch ist.

Macht es Sinn, Kompressionsstrümpfe nachts zu tragen?

Vom Tragen von Kompressionsstrümpfen in der Nacht ist dagegen eher abzuraten, da sie nachts einfach keinen wirklichen Effekt haben. Durch langes Sitzen oder Bewegungsarmut im Alltag kommt es häufig zu Verstauungen, da die Schwerkraft das Blut zusätzlich in Richtung unserer Beine drängt.

Beruhigen können wir das beispielsweise indem wir unsere Beine hochlegen. Da diese wiederum in der Nacht sowieso hochgelagert sind, benötigen unsere Venen keine weitere Unterstützung durch Kompressionsstrümpfe.

Anders sieht es bei chronischen Venenerkrankungen aus. Wenn wir mit den Strümpfen gegen Thrombose ankämpfen möchten, können unsere Venen jegliche Unterstützung gebrauchen. Spezielle Thrombosestrümpfe arbeiten eben nicht mit den Muskelpumpen der Venen zusammen, sondern mit dem so genannten Ruhedruck. Das ist wiederum eben der Druck, den wir auch bei wenig Bewegung nachts in unseren Venen vorfinden.

Im Zweifelsfall solltest du das Ganze am besten nochmal mit einem Arzt absprechen.

Fazit: Kompressionsstrümpfe nachts tragen?

Kompressionsstrümpfe haben ohne jeden Zweifel zahlreiche gesundheitliche Vorteile. Vor allem die Durchblutung kann dadurch angekurbelt werden, wodurch wir Verstauungen und Schwellungen effektiv den Kampf ansagen können. Nachts solltest du hingegen nur als Mittel gegen Gefäßerkrankungen wie Thrombose auf die Strümpfe setzen.

Ich hoffe, dass ich dir mit diesem Artikel weiterhelfen konnte. Wenn du dennoch weitere Fragen oder Anregungen zu diesem Thema hast, freue ich mich jederzeit über eine Mail oder einen Kommentar unter diesem Artikel. 😉