Polar Pacer Pro – Die beste Sportuhr unter 300 Euro?

Vor kurzem war es mal wieder soweit: Polar hat mit der Pacer Pro eine neue Sportuhr auf den Markt gebracht. Und bei einer neuen Sportuhr klingeln bei mir sofort die Alarmglocken, im positiven Sinne! 😉
Bislang sind zwei der bekanntesten Polar Uhren die Vantage M2, die günstig ist, dafür aber einige Funktionen vermissen lässt, und die Grit X Pro, die etwas teurer ist, dafür aber vollgepackt mit Funktionen. Die Pacer Pro ist jetzt im Prinzip eine Vantage M2 mit all den Funktionen der Grit X Pro.

Im Prinzip also eine günstige Laufuhr vollgepackt mit allen von Polars Funktionen. Eine Grit X Pro in einem schmaleren Gehäuse, vor allem aber auch mit einem schmaleren Preisschild. Das klingt schon mal vielversprechend. Aber ist es das wirklich?

Ich habe die Pacer Pro jetzt in den letzten Wochen auf Herz und Nieren getestet und möchte dir in diesem Testbericht von all meinen persönlichen Erfahrungen berichten. Also lass uns direkt loslegen, viel Spaß! 😉

Werksfotos:

Polar Pacer Pro

Polar Pacer Pro Seitenansicht

Polar Pacer Pro Multisportuhr
331 Bewertungen
Polar Pacer Pro Multisportuhr
• sehr hohe Bandbreite an Trainingsfunktionen
• leicht und alltagstauglich 
• GPS-Pfeilnavigation
• gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Optik, Eckdaten & Display

Fangen wir mal ganz klassisch mit der Optik der Uhr an. Wenn du bereits vorher im Polar Universum unterwegs warst, dann wirst du dich nicht großartig umgewöhnen müssen, denn die Pacer Pro erinnert sehr an frühere Modelle. Vor allem zur Vantage V2 besteht eine sehr große Ähnlichkeit.

Die Uhr hat erneut die typischen länglichen, geriffelten Buttons am Gehäuserand und kommt insgesamt mit einem runden Design. Die Buttons und das Gehäuse finde ich auch sehr gelungen, aber ehrlich gesagt könnten die Polar Uhren in meinen Augen generell durchaus ein kleines Optik Update vertragen.

Vor allem von dem doch schon recht breiten schwarzen Rand auf dem Display bin ich persönlich kein Fan. Auch wenn das sicherlich seine Vorteile hat, weil ein kleineres Display auch einen niedrigeren Akkuverbrauch bedeuten kann, so ist es auch ein wenig verschenktes Potential. So zumindest meine Meinung…

Polar Pacer Pro

Sprechen wir in dem Zusammenhang vielleicht auch nochmal über das Display generell. Wie bei so vielen Sportuhren wurde hier ein transflektives Memory-in-Pixel Display verbaut. Es gibt im Prinzip zwei Optionen: Entweder eben ein solches MIP-Display oder ein AMOLED-Display. MIP-Displays, wie hier bei der Pacer Pro, senden von sich aus kein Licht aus, sondern reflektieren nur ihr Umgebungslicht.

Der Vorteil dabei: Unter direkter Sonneneinstrahlung sind diese Displays sehr gut abzulesen. Außerdem ist diese Variante sehr akkuschonend.

Der Nachteil: Insgesamt sind MIP-Displays nicht so farbenfroh, bieten nur sehr geringe Kontraste und nicht so ein sattes Schwarz. In dunklen Umgebungen sind sie zudem ebenfalls sehr dunkel, da eben kein Umgebungslicht reflektiert werden kann. Hier kann man dann zwar per Knopfdruck ein Hintergrundlicht aktivieren, doch sie sind insgesamt einfach nicht so schön, wie AMOLED-Displays.

Zur Pacer Pro solltest du noch wissen, dass das Gorilla Glas nun 3mm dünner ist als bei vorherigen Modellen. Das bedeutet, dass das Display jetzt eben näher an der Oberfläche ist, wodurch es nun auch etwas heller ist.

Hier siehst du im Vergleich mal die Vantage M2:

Polar Pacer Pro im Vergleich zur Vantage V2

Polar Pacer Pro (rechts) im Vergleich zur Vantage V2

Es ist zwar nur ein kleiner Unterschied, aber dieser ist auf jeden Fall bemerkbar. Hier hat die Pacer Pro also Fortschritte gemacht. Dennoch besteht wie gesagt noch immer ein großer Unterschied zu den AMOLED-Displays.

Hier siehst du im Vergleich nämlich zum Beispiel mal die Garmin Venu 2 Plus, die ich ebenfalls vor Kurzem getestet habe:

Polar Pacer Pro_(rechts) VS  Garmin Venu2 Plus

Man sieht relativ deutlich, dass das Display der Venu 2 Plus in der AMOLED-Version deutlich heller, kontrastreicher und farbenfroher ist, als das der Pacer Pro.

Im Außenbereich unter direkter, starker Sonneneinstrahlung ist das Display der Pacer Pro wirklich sehr, sehr gut abzulesen und sehr hell, aber auch das AMOLED-Display schlägt sich hier gut.

Hier hat also zwar das Display der Pacer Pro die Nase vorn, aber unter allen anderen Bedingungen geht der Punkt an das AMOLED-Display.

Polar-Pacer Pro  Vergleich Sonneneinstrahlung

Dazu kommt, dass es mittlerweile auch bei AMOLED-Displays möglich ist, eine 4, 5, 6-tägige Akkulaufzeit zu gewährleisten.
Auch wenn es also sicherlich viele Menschen gibt, die Fans der transflektiven Displays sind, so sind AMOLED-Displays in meinen Augen die Lösung für die Zukunft und werden daher denke ich nach und nach immer mehr auch bei Sportuhren zum Einsatz kommen.

Unterm Strich ist die Pacer Pro optisch sportlich, schlank, leicht und schick, vor allem das Gehäuse und die geriffelten Buttons sind erneut sehr gut gelungen. Dennoch bin ich vom Display nicht 100%ig angetan, vor allem aufgrund des weiterhin sehr breiten schwarzen Randes und der Tatsache, dass es teilweise etwas dunkel ist.

Polar Pacer Pro Multisportuhr
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Funktionen für Sport, Fitness & Gesundheit 

Trotz dieser kleinen Kritik bezüglich der Optik, also der B-Note dieser Uhr, darf man nicht vergessen, dass es ja hauptsächlich um die Funktionen geht, und hier kann die Polar Pacer Pro auf jeden Fall punkten!
Generell bieten die Polar Uhren meinen Erfahrungen zufolge meistens mehr, als es auf den ersten Blick zu sein scheint und sind daher in der Welt der Sportuhren sogar etwas unterschätzt.

Gehen wir zunächst mal auf den Trainingsmodus ein. Hier finden wir natürlich die üblichen Verdächtigen, wie Laufen, Radfahren und Schwimmen, aber wir können über die App auch Sportprofile, wie Triathlon oder Multisport hinzufügen, was auf jeden Fall erwähnenswert ist.

Damit kann man dann nämlich mehrere Sportarten in einer Trainingseinheit aufzeichnen. Die Triathleten unter euch wird es freuen! 😉

Polar-Pacer Pro  Sport App

Während einer Sporteinheit kannst du dann so etwas, wie Distanz, Geschwindigkeit, Herzfrequenz und die Zeit tracken lassen. Das ist natürlich noch nichts Besonderes. Polar bietet bei der Pacer Pro aber wirklich auch sehr viele fortgeschrittene Funktionen an.

Running Power Funktion

Zum Beispiel wäre da das Tracken der Running Power direkt am Handgelenk. Die Running Power ist die Leistung in Watt, die du während eines Trainings erbringst. Dafür benötigst du normalerweise einen externen Sensor, aber Polar bietet dies bei einigen Uhren auch direkt am Handgelenk, also ohne Sensor, an.

Dazu zählten bisher nur die teurere Grit X Pro und die Vantage V2, nun aber eben auch die Pacer Pro.

Tracking der Running Power

Für das Tracken der Running Power ist nämlich unter anderem auch ein barometrischer Höhenmesser erforderlich. Häufig wird die Höhe einfach über das GPS bestimmt, was etwas ungenau ist, einige Uhren haben daher auch einen eingebauten Barometer, der die Höhe über den Luftdruck bestimmt. Zu diesen Uhren – du ahnst es schon – zählt nun auch die Pacer Pro. Die Vantage M2 zum Beispiel war noch nicht damit ausgestattet.


“Hill Splitter“-Funktion

Ein weiteres Feature, welches ebenfalls durch den Barometer ermöglicht wird, ist die so genannte “Hill Splitter“-Funktion.

Dabei werden zum Beispiel beim Laufen oder Radfahren verschiedene Auf- und Abstiege erkannt und eben in einzelne Splitter unterteilt. Dadurch kannst du dann im Nachhinein einzelne dieser Segmente miteinander vergleichen und sehen wie deine Performance auf einzelnen Auf- oder Abstiegsetappen war.

Polar-Pacer pro_Hill Splitter Funktion

Polar Pacer Pro "Hill Splitter" Funktion

Apropos Performance: Um immer deine aktuelle Performance bzw. deinen Leistungs- und Fitnessstand im Auge zu behalten, bietet die Pacer Pro nun auch den Lauftest, den Radtest und den Fitnesstest, die wir ja auch bereits unter anderem von der Grit X Pro kennen.

Laufleistungstest Funktion

Beim Laufleistungstest wirst du zum Beispiel angeleitet, bei einer immer höher werdenden Intensität einen Lauf zu absolvieren und bekommst dann im Anschluss Werte zu deiner maximalen aeroben Geschwindigkeit, der maximalen aeroben Leistung, der maximalen Sauerstoffaufnahme, also dem VO2max-Wert, sowie der maximalen Herzfrequenz.

Dadurch kannst du deinen Fortschritt verfolgen und deine Herzfrequenz-, Geschwindigkeits- und Leistungszonen individuell einstellen.

Das Ganze geht jetzt alternativ auch über den Walking-Test, hierbei ist die Pacer Pro die erste Polar Uhr überhaupt, die das anbietet. Dabei musst du einfach nur gehen und dabei immer schneller werden und dann erhältst du die gleichen Ergebnisse.

Polar Pacer Pro Fitnesstest

Beim Fitness Test musst du hingegen nichts mit steigender Intensität machen, sondern dich einfach nur hinlegen und entspannen. Dabei wird vor allem dein Ruhepuls als auch deine Herzfrequenzvariabilität getrackt und dadurch kann dann ebenfalls geschätzt werden, wie gut deine Fitness ist. Du musst dich nun also nicht mehr vollkommen auspowern, um deinen Leistungsstand einzusehen! 😉

"FuelWise“-Funktion

Außerdem gibt es die “FuelWise“-Funktion, die eine Art smarter Energieassistent ist. Damit kannst du für deine längeren Trainingseinheiten Erinnerungen einstellen, dass du zu den richtigen Zeitpunkten Kohlenhydrate zu dir nehmen solltest oder etwas trinken solltest. Diese Zeitpunkte können automatisch von der Uhr bestimmt werden.

Nach dem Training wird dir dann auch noch angezeigt, wie viele verschiedene Energiequellen du während des Trainings verbraucht hast.

Du erkennst also, wie viele Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette du genau verbrannt hast.

In der App siehst du dann auch nochmal etwas genauer, wie viele dieser Quellen du an jedem Punkt deiner Trainingseinheit verbraucht hast und wie sie sich im Verlauf angesammelt haben.

Polar Pacer Pro_App

Training Load Pro -Funktion

Ebenso bietet die Pacer Pro die so genannte “Training Load Pro“-Funktion. Dadurch siehst du, welche Trainingsreize du aktuell so mit deinen Workouts setzt. Du siehst also, ob du mit deinem aktuellen Training eher unterfordert bist, deinen aktuellen Fitnesszustand beibehältst, diesen verbesserst oder ob du deinen Körper sogar überforderst.

Basierend auf eben diesen Daten erhältst du dann außerdem jeden Tag die so genannte “FitSpark“-Trainingsanleitung. Die Pacer Pro liefert dir hier also täglich fertige Trainingseinheiten, die auf deinen Erholungsstatus, dein Fitnesslevel und deine letzten Trainingseinheiten abgestimmt sind. Diese kannst du dann direkt unter Anleitung mit der Uhr durchführen.

Polar Pacer Pro Multisportuhr
331 Bewertungen
Polar Pacer Pro Multisportuhr
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Schlafanalyse 

Nicht nur das Training, sondern auch die Erholung behält die Polar Pacer Pro für dich im Auge. Dabei ist vor allem natürlich der Schlaf extrem wichtig. Die Uhr bietet daher auch eine Schlafanalyse an, die ebenfalls sehr gelungen ist. Diese läuft unter dem Namen “Sleep Plus Stages Tracking“.

Dabei kannst du ablesen, wie lange du geschlafen hast, wie hoch deine Schlafqualität war und wie lange du in den verschiedenen Schlafphasen warst.

Insgesamt ergibt sich daraus ein Schlafindex zwischen 0 und 100, der dir angibt, wie erholsam dein Schlaf war. Außerdem werden dir auch fortgeschrittene Statistiken, wie die Herzfrequenzvariabilität oder die Atemfrequenz angezeigt.

Polar macht meiner Meinung nach unterm Strich generell einen sehr, sehr guten Job, was die ganze Trainings- und Erholungsanalyse angeht und unterstützt dich damit sehr gut, immer die richtigen Trainingsreize zu setzen.


GPS Funktionen

Neben den Trainingsfunktionen kommen dann auch noch die GPS-Funktionen dazu. Im Gegensatz zur Vantage M2 hast du hier vor allem wie bei den teureren Polar Uhren die Routennavigation mit an Bord.
Das ist dann zwar keine topografische Karte, sondern die typische “Brotkrümelnavigation“, aber für die meisten Zwecke ist das auf jeden Fall ausreichend und somit insgesamt ein sehr sinnvolles Feature.

Polar Pacer Pro - Navigation per Pfeil

Neben der Routen-Navigation gibt es auch noch eine Back-to-Start Funktion, die dich zurück zum Startpunkt deiner Route navigiert. Das erfolgt allerdings nicht entlang der absolvierten Route, was für mich eigentlich die schönere Lösung wäre, sondern nur mit einem einfachen Richtungspfeil.

Außerdem kannst du hier jetzt auch Routen im Vorfeld mit Komoot planen und auf die Uhr laden und du kannst Routen zum Beispiel als GPX-Dateien importieren. Als Strava Premium Mitglied kannst du zudem auch die Strava Live Segmente nutzen.

Pulsmessung  der Polar Pacer Pro 

Wie genau misst die Polar Pacer Pro den Puls?

Funktionen hin oder her. Im Endeffekt zählt auch, wie genau die Uhr bei all diesen Funktionen überhaupt ist. Sehr wichtig ist vor allem die Pulsmessung. Polar hat an dem optischen Pulssensor gearbeitet, der sich wie immer auf der Rückseite des Gehäuses befindet.

Vorher, wie bei der Polar Vantage M2, gab es am Sensor noch 4 kleine Metallknöpfe. Diese waren dazu da, Hautkontakt zu erfassen, um genauere Pulsdaten zu liefern und um die Uhr magnetisch aufladen zu können.

Aber, da es eben kleine Erhöhungen waren, wurden die LED-Sensoren für die Pulsmessung ein kleines Stück von der Haut weggehalten.
Bei der Pacer Pro sind diese Metallknöpfe jetzt daher weggefallen, da Polar eine neue, bessere Technologie entwickelt hat, mit der ebenfalls der Hautkontakt erkannt werden kann, aber eben auch genauere Pulswerte bestimmt werden können. So zumindest die Theorie.

Polar Pacer pro (rechts) VS Vantage M2

In der Praxis habe ich dann wie immer mit der Uhr meine Sporteinheiten aufgezeichnet und zur Kontrolle gleichzeitig einen Brustgurt getragen. Hier siehst du die Pulsdaten der Pacer Pro und die des Brustgurts für eine meiner Laufeinheiten:

Polar Pacer Pro Pulsmessung Laufeinheit

Wie du siehst sind beide Kurven hier wirklich so gut wie komplett identisch. Generell ist das ein nahezu perfektes Ergebnis. Wenn es mal Abweichungen gibt, dann höchstens mal um 2-3 Herzschläge, was eigentlich zu vernachlässigen ist. Das ist also schon mal sehr gut!

Viel interessanter ist dann allerdings die Genauigkeit beim Krafttraining. Hier sind nämlich die Messungen von so gut wie allen Sportuhren und Fitnesstrackern absolut nicht zu gebrauchen. Auch hier, bei der Pacer Pro, sehen wir auf jeden Fall deutlich größere Unterschiede als gerade beim Joggen:

Polar Pacer Pro Pulsmessung Krafttraining

Ja, die Uhr ist hier sicherlich noch lange nicht wirklich genau… ABER: Falls du meine anderen Testberichte bereits gesehen hast, dann weißt du, dass das hier ein vergleichsweise wirklich sehr, sehr gutes Ergebnis ist.

Bei der durchschnittlichen Herzfrequenz haben wir jetzt hier auch, wie wir hier oben links sehen, nur eine Abweichung von 6 Schlägen pro Minute. Das sind bei anderen Sportuhren teilweise 20, 30 oder noch mehr Schläge.

Also in den meisten Fällen kann man die optische Pulsmessung beim Krafttraining wirklich absolut nicht gebrauchen.
Das hier hingegen ist in meinen Augen durchaus ein Ergebnis, mit dem man arbeiten kann. In meinem persönlichen Praxistest konnte ich mit dem neuen Pulssensor der Pacer Pro also sehr zufriedenstellende Ergebnisse erzielen.

GPS-Genauigkeit der Pacer Pro im Test

Okay, die Pulsmessung schlägt sich also echt schon mal sehr gut. Nächste Frage: Wie genau ist das GPS der Pacer Pro? Um das zu testen, war ich mit der Uhr im Wald eine Runde spazieren und bin dort exakt den gleichen Weg hin und zurück gelaufen.

Dementsprechend sollte die aufgezeichnete Route aus zwei Teilrouten bestehen, die genau übereinander liegen. Das hat die Uhr allerdings nicht ganz so genau aufgezeichnet:

Wir sehen, dass Hin- und Rückweg teilweise ein gutes Stück auseinander liegen und generell liegen die Routen auch oftmals neben dem Wanderweg. Da habe ich mit anderen Uhren in der Vergangenheit bereits bessere Ergebnisse erzielt.

Als weiteren GPS-Test bin ich dann zum Sportplatz gefahren und bin dort exakt 5 Runden auf der Innenbahn gelaufen. Das müssten also genau 2000 Meter sein. Laut der Pacer Pro waren es 2,02 km. Das entspricht nur einer Abweichung von 1%, womit man auf jeden Fall zufrieden sein kann, denn das ist auch im Vergleich zu anderen Sportuhren ein gutes Ergebnis.

Insgesamt ist die GPS-Genauigkeit der Pacer Pro meinen Erfahrungen zufolge zwar ausreichend, aber unterdurchschnittlich.

Smarte Funktionen

Wie wir vorhin bereits gesehen haben, ist die Polar Pacer Pro in Sachen Sport- und Fitnessfunktionen auf jeden Fall über jeden Zweifel erhaben. Wie sieht es aber mit den smarten Funktionen aus? Diese spielen bei einer Sportuhr natürlich eher eine untergeordnete Rolle, sollen hier aber trotzdem nicht unerwähnt bleiben. Hier halte ich mich jetzt aber sehr kurz.

Wetterinfos

Die Uhr kann dir Wetterinfos anzeigen, darunter das aktuelle Wetter, die Wettervorhersage für die nächsten Stunden und Tage oder auch die Regenwahrscheinlichkeit.

Musiksteuerung

Außerdem kannst du über die Musikfunktion die Musik deines Smartphones über die Uhr steuern. Einen eingebauten Musikspeicher bietet die Uhr hingegen nicht, du bist also auf jeden Fall an dein Smartphone gebunden.

Benachrichtigungen

Daneben zeigt dir die Uhr auch smarte Benachrichtigungen an, also WhatsApp Nachrichten, E-Mails, Anrufe und so weiter. Antworten kannst du auf diese Benachrichtigungen über die Uhr allerdings nicht.

Erwähnenswert ist dann aber auf jeden Fall noch, dass du jetzt auch während deiner Aktivitäten Benachrichtigungen erhalten kannst. Das ging vorher nicht. Wenn man darauf angewiesen ist, auch während einer Aktivität Benachrichtigungen erhalten zu können, ist das also ein erfreuliches Upgrade.

Insgesamt ist die Pacer Pro in Sachen smarte Funktionen also solide, aber definitiv nicht auf dem Level reiner Smartwatches, wie der Apple Watch oder der Samsung Galaxy Watch. Doch das ist ja auch nicht der Sinn dieser Uhr. 😉

Akkulaufzeit

Sprechen wir dann als Letztes noch über die Akkulaufzeit und fangen da mit folgender Frage an: Was darf man hier überhaupt erwarten? Klar, Premium Sportuhren, wie die Garmin Fenix 7 oder die Coros Vertix 2 halten problemlos mehrere Wochen durch. Diese haben allerdings auch einen deutlich höheren Preis.

Bei der Pacer Pro bewegen wir uns im Bereich der Sportuhren unter 300 Euro. Die Akkulaufzeit beträgt hier auf dem Papier 7 Tage im normalen Uhrenmodus und 35 Stunden im Trainingsmodus. Zudem gibt es für das Training einen Energiesparmodus, bei dem dann bis zu 100 Stunden drin sind.

Bei normaler Nutzung hält die Uhr bei mir persönlich in etwa 5-6 Tage. Das ist vollkommen in Ordnung, mehr aber auch nicht. Die Vantage M2 hatte auch bereits eine Akkulaufzeit von 7 Tagen bzw. 30 Stunden im Trainingsmodus, also nur geringfügig weniger.

Vergleichbare Uhren sind die Garmin Forerunner 55 oder auch die Coros Pace 2. Diese halten im Falle von Garmin bis zu 2 Wochen und im Falle von Coros sogar bis zu 20 Tage. Im Trainingsmodus sind es bei der Forerunner 55 allerdings nur 20 Stunden und bei der Coros Pace 2 sind es 30 Stunden, beides weniger als die Pacer Pro. Diese beiden Uhren kosten mit unter 200 Euro allerdings auch nochmal deutlich weniger als die Pacer Pro.

Die Akkulaufzeit der Uhr ist daher unterm Strich auf jeden Fall gut und ausreichend, aber nichts Spektakuläres, was einen vom Hocker reißt. Durch das veränderte Design des optischen Pulssensors durch das Wegfallen der Metall-Knöpfe gibt es nun übrigens auch ein neues Ladekabel.

Fazit zur Polar Pacer Pro

Also gut, was können wir jetzt unterm Strich zur neuen Polar Pacer Pro festhalten? Bemerkenswert ist vor allem die Funktionsvielfalt. Für unter 300 Euro wird man bei kaum einer anderen Sportuhr eine solche Tiefe an Trainings-, Fitness- und Gesundheitsdaten bekommen.

Dadurch, dass man anders als bei der Grit X Pro auf hochwertige Materialien und eine sehr robuste Bauweise verzichtet, macht man es also möglich, all diese professionellen Funktionen auch zum vergleichsweise kleinen Preis anzubieten. Es gibt also jetzt nicht wirklich viele bzw. so gut wie gar keine neuen, aufregenden Funktionen, die man von Polar noch gar nicht kannte, aber, dass all diese Funktionen jetzt auch für unter 300 Euro zu haben sind, das macht diese Uhr besonders. Ebenfalls überzeugen konnte mich in meinen Praxistests die neue, optimierte Pulsmessung.

Ich persönlich finde dagegen die Optik und vor allem das Display der Uhr, auch durch den breiten schwarzen Rand, weiterhin verbesserungswürdig. Das ist aber letzten Endes sicherlich auch Geschmackssache.

Die Uhr wird primär beworben als Laufuhr. Meiner Meinung nach wird das der Pacer Pro allerdings gar nicht so wirklich gerecht. Die Uhr ist nämlich aus meiner Sicht eher eine Multisportuhr, dessen Sport- und Trainingsfunktionen weit über den reinen Laufsport hinaus gehen. In dieser Kategorie ist sie für diesen Preis auf jeden Fall top und empfehlenswert. Was ich mich allerdings auch so ein wenig frage, ist, warum man jetzt überhaupt noch zur Vantage M2 greifen soll, denn ich persönlich sehe da jetzt nicht mehr wirklich einen Grund.

Generell würde ich sagen, wenn ich mich jetzt Stand heute für eine Uhr aus dem Polar Sortiment entscheiden müsste, dann wäre das aktuell vor allem auch in Hinblick auf das Preis-Leistungs-Verhältnis die Pacer Pro.

Aber gut, das war es jetzt auch hier mit diesem Testbericht zur Polar Pacer Pro. Falls du noch weitere Fragen zu dieser Uhr hast oder deine eigenen Erfahrungen mit ihr teilen möchtest, dann hinterlasse gerne einen Kommentar oder schreib mir eine E-Mail!

Falls du dich selber für diese Uhr entscheidest, dann wünsche ich dir jetzt ganz viel Spaß bei deinem eigenen Polar Pacer Pro Test! 😉 

Polar Pacer Pro Multisportuhr
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Polar Pacer Pro Multisportuhr
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Autor: Bernd Lakenbrink
Seit ich denken kann, habe ich eine sehr große Leidenschaft für den Sport. Da ich zudem sehr technikaffin bin und meine Stärken immer schon im naturwissenschaftlichen Bereich lagen, habe ich beschlossen diese beiden Leidenschaften als Autor miteinander zu verbinden. Vor kurzem habe ich meinen Master in “Sports Technology“ an der Deutschen Sporthochschule in Köln abgeschlossen und bin als Autor und Youtuber tätig.  

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