Hilft die Faszienrolle wirklich gegen Cellulite?

Cellulite ist wohl die häufigste Hautkrankheit bei Frauen. Auch wenn sie glücklicherweise keine physischen Symptome nach sich zieht, so sind die Beulen und Dellen auf der Hautoberfläche dennoch extrem unbeliebt. Seit Jahrzehnten wird daher versucht mit diversen Mitteln gegen die Bindegewebsschwäche anzukämpfen.

In den letzten Jahren hat sich dabei die Faszienrolle in den Vordergrund gedrängt, auf die immer mehr von Cellulite betroffene Menschen schwören. Doch was ist wirklich dran? Wie kann die Faszienrolle gegen Cellulite helfen? Und worauf solltest Du unbedingt achten?

In diesem Artikel erfährst Du alles zu diesem Thema. Viel Spaß! 😉

Faszienrolle Übung seitlicher Oberschenkel
Mit einer Faszienrolle kannst Du Deine Haut straffen und der Cellulite den Kampf ansagen!

Cellulite ist eine Schwäche des Bindegewebes, die sich äußerlich oft als orangenhaut-ähnliche Hauterscheinung zeigt. Doch wie entsteht das Ganze eigentlich?

Im Grunde genommen ist es so, dass Fetteinlagerungen von innen auf die Hautoberfläche drücken, die sich dann in Form von Dellen und Beulen äußern. Das Bindegewebe, bzw. die Faszien, bilden die Ummantelung all‘ unserer Organe und liegen noch zwischen den Fetteinlagerungen und der Hautoberfläche. Sie dienen dabei im Prinzip als Schutzschild gegen Cellulite.

Die Faszien bestehen dabei hauptsächlich aus Elastin, Kollagen und Wasser. Während Elastin für die Elastizität und Beweglichkeit verantwortlich ist, so verleiht das Kollagen den Faszien die nötige Stabilität. Ein geringer Kollagen-Anteil ist daher meist verantwortlich für die Orangenhaut, die auch als Cellulite bekannt ist.

Denn wenn zusätzlich zu den gegebenen Fetteinlagerungen noch Kollagen-Fasern abgebaut werden, so können sich die Fettzellen noch besser ausdehnen und auf die Oberfläche der Haut drücken. Genau diesem Abbau von Kollagen muss man also entgegenwirken, um die Cellulite einzudämmen (wie genau wir das schaffen können, erfährst Du gleich).

Dabei ist es übrigens, so unfair das Ganze auch ist, so, dass fast ausschließlich Frauen von Cellulite betroffen sind. Grund dafür ist, dass die Kollagen-Fasern genetisch bedingt größere Lücken aufweisen und Frauen durch das Hormon Östrogen generell ein weicheres Bindegewebe haben. Das hilft zum Beispiel bei der Schwangerschaft, erhöht aber auch das Risiko für Cellulite.

Hilft die Faszienrolle gegen Cellulite?

Faszienrolle Übung vorderer Oberschenkel

Da bei Cellulite die tieferliegenden Haut-, Fett- und Faszienschichten betroffen sind, helfen Cremes oder Salben zur Behandlung an der Oberfläche nicht wirklich weiter. Viel sinnvoller ist es die betroffenen tieferliegenden Schichten selber zu behandeln.

Und genau hier kommt die Faszienrolle ins Spiel, die ein sehr gutes Hilfsmittel gegen die Bindegewebsschwäche Cellulite sein kann. Dennoch solltest Du nicht einfach drauf losrollen, wie es die meisten Menschen machen, denn die korrekte Anwendung der Faszienrolle ist eine Wissenschaft für sich, und je nachdem, wie Du sie anwendest, erzielst Du unterschiedliche Trainingseffekte.

In den meisten Fällen wird die Faszienrolle gegen Rückenschmerzen verwendet, und in diesem Fall empfiehlt es sich, extrem langsam und nur in eine Richtung zu rollen.

Bei Cellulite sieht das Ganze allerdings grundlegend anders aus. Genauer gesagt tendiert die Cellulite-Krankheit sogar dazu sich zu verschlimmern, wenn Du die Faszienrolle langsam verwendest. Du solltest also darauf achten, stattdessen schnelle, pendelnde Bewegungen durchzuführen. Im Folgenden möchte ich Dir kurz erklären, warum das so ist.

Faszienrolle Übung hinterer Oberschenkel

Wie wir bereits gesehen haben, ist Cellulite eine Schwäche des Bindegewebes. Das Bindegewebe, oder auch die Faszien, bestehen hauptsächlich aus Elastin, Kollagen und Wasser. Dabei spielt vor allem das Kollagen eine wichtige Rolle, welches den Faszien Stabilität und Robustheit verleiht.

Bei Rückenschmerzen kommt es oftmals zu Verspannungen, weil aufgrund von mangelnder Bewegung überschüssiges Kollagen produziert wird, welches so genannte Cross-Links bildet und die Beweglichkeit einschränkt. Das Kollagenfasernetz wird dabei unsortiert und verfilzt. Es verklebt.

Durch langsames Rollen wirkt man diesem Prozess entgegen, sodass das überschüssige Kollagen nach und nach abgebaut wird und die Kollagenfasern wieder geordnet erscheinen.

Bei Cellulite hingegen ist es so, dass die Faszien nicht in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind, sondern ein gewisses Maß an Stabilität vermissen lassen. Hier sollte die Kollagen-Produktion also sogar angekurbelt werden, und genau das können wir nur durch schnelle Bewegungen mit der Faszienrolle erreichen.

Außerdem sorgen die schnellen Bewegungen für eine gesteigerte Durchblutung, die der Straffung der Haut ebenfalls zu Gute kommt.

Die langsamen Rollbewegungen mit der Faszienrolle sind gegen Cellulite allerdings nicht zu empfehlen. Denn es ist denkbar, dass übertriebenes Behandeln des schwachen Bindegewebes mit der Faszienrolle die Cellulite sogar noch schlimmer macht

Dr. Robert Schleip

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Humanbiologe und Faszienforscher

Laut dem Faszien-Experten Dr. Robert Schleip dauert es übrigens etwa 200-300 Tage bis das Bindegewebe sich nachhaltig verändert hat. Du solltest also auf jeden Fall auch eine gute Portion Geduld mitbringen, doch auf lange Sicht wird sich das Faszientraining sicherlich lohnen!

Man muss jedoch dazu sagen, dass die Faszienrolle das Bindegewebe zwar stärken kann, allerdings sicherlich auch kein Wundermittel gegen Cellulite ist. Gleichzeitig solltest Du im Falle von Cellulite noch auf zahlreiche weitere Faktoren achten, auf die wir jetzt zu sprechen kommen! 😉

Ganz wichtig!

Durch schnelle, impulsive Hin und Her-Bewegungen mit der Faszienrolle können wir die Kollagenproduktion anregen und so gegen die Cellulite ankämpfen. Langsame Bewegungen sind dagegen nicht zu empfehlen!

Alternatives Faszientraining bei Cellulite

Junge Frau beim Seilspringen
Schnelle, federnde Bewegungen, wie das Seilspringen, sind sehr gute Mittel gegen Cellulite!

Bei Cellulite ist es wie bereits erwähnt extrem wichtig, die Kollagenfasern zu stärken und diese zu straffen. Dies kann durch schnelle Bewegungen mit der Faszienrolle erreicht werden, doch als noch effektiver haben sich andere Formen des Trainings erwiesen.

Vor allem schnelle, federnde Bewegungen sind wahre Wunderwaffen gegen Cellulite und fördern die Spannkraft der Faszien. Darunter fallen beispielsweise Seilspringen, Burpees, der Hampelmann oder simple Skippings.

Durch diese Übungen wird das Kollagenfasernetzwerk dichter, was es den Fetteinlagerungen erschwert, bis an die Oberfläche durchzudringen.

Starte also einfach mit ein paar Sätzen von diesen Übungen und runde das Workout anschließend mit der Faszienrolle ab. So hast Du ein gutes Gesamtpaket, welches der Cellulite den Kampf ansagt. 😉

Weitere Tipps bei Cellulite

Das Faszientraining ist sicherlich ein sehr probates Mittel, um die Cellulite in den Griff zu bekommen. Doch auch weitere Faktoren müssen stimmen.

Generell hilft ein gesunder Lebensstil, so einfach das auch klingen mag. Wenn die Ernährung stimmt, und zudem viel Bewegung in den Alltag integriert wird, dann kann man als ersten Schritt schon mal den Körperfettanteil senken, was wiederum das Cellulite Risiko verringert. Denn die unbeliebten Dellen und Beulen sind letzten Endes die äußere Erscheinung der inneren Fetteinlagerungen.

Zur Ernährung solltest Du folgendes wissen: Proteine sind die Grundbausteine unseres Körpers, daher mögen auch Faszien zur Neubildung eine proteinreiche Ernährung. Außerdem empfehlenswert sind hochwertige Fette, darunter fallen zum Beispiel die immer beliebter werdende Avocado oder auch Nüsse.

Für den Aufbau von Kollagen ist übrigens auch Vitamin C sehr wichtig (hier findest Du eine wissenschaftliche Studie zu diesem Thema). Vor allem Beeren, Zitrusfrüchte und Kohlsorten sind dabei echte Vitamin-C-Bomben! 😉

Da das Bindegewebe bis zu 70% aus Wasser besteht, greift auch hier der Klassiker unter den Gesundheitstipps: Viel trinken! Mindestens 2 Liter sollten es sein, bei viel Bewegung und körperlicher Aktivität solltest Du auch durchaus mal 3 Liter Wasser am Tag trinken.

Fazit: Faszienrolle gegen Cellulite

Die Faszienrolle kann ein sinnvolles Hilfsmittel gegen Cellulite sein! Dabei sollte es allerdings eher als Ergänzung zum eigentlichen Training gesehen werden und nicht als Allheilmittel!

Sehr sinnvoll sind außerdem schnelle, federnde Bewegungen, wie Burpees oder Seilspringen, da diese das Kollagenfasernetzwerk dichter und robuster machen. Zudem sollte die Ernährung stimmen und generell sollte man viel Bewegung in den Alltag integrieren.

Ich hoffe, ich konnte Dir mit diesem Artikel weiterhelfen. Wenn Du dennoch noch weitere Fragen oder Anregungen hast, kannst Du mir gerne eine Mail schreiben oder einen Kommentar hinterlassen.

Ansonsten wünsche ich Dir jetzt viel Spaß und Erfolg beim Kampf gegen die Cellulite mit der Faszienrolle! 😉

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