Garmin Forerunner 55 Testbericht: Die beste Sportuhr für unter 200 Euro?!

Polar Vantage M Test

Für die meisten Sportuhren muss man heutzutage mindestens 300 und häufig bis zu 500 oder sogar 600 Euro auf den Tisch legen. Immer wieder kriege ich daher die Frage, ob es nicht auch eine Top-Sportuhr für unter 200 Euro gibt und genau so eine möchte ich dir in meinem heutigen Testbericht vorstellen: Die Garmin Forerunner 55.

Diese Uhr kam erst vor wenigen Monaten auf den Markt und soll so ein wenig die Lücke zwischen der Forerunner 45 und der 245 schließen. Ob das gelungen ist, was die Stärken und Schwächen der Forerunner 55 sind und wie sie sich im Vergleich zu anderen Sportuhren schlägt, das wirst du im heutigen Testbericht erfahren. Ich habe die Uhr nun nämlich bereits seit mehreren Wochen rund um die Uhr am Handgelenk und habe sie auf Herz und Nieren getestet. Hier schreibe ich nun über meine persönlichen Erfahrungen. Also, auf geht’s und viel Spaß! 😉

Vorteile

✅ sehr günstig

✅ perfekte Laufuhr

✅ leicht, klein und alltagstauglich

✅ viele Laufmodi + Lauffunktionen

✅ Musiksteuerung

✅ gute Puls- und GPS-Genauigkeit

Nachteile

⛔ kein Multisportmodus

⛔ keine Navigation

⛔ kein eigener Musikspeicher

Äußere Erscheinung

Garmin Forerunner 55 Optik

Das äußere Erscheinungsbild ist natürlich wie in so vielen Sachen im Leben nur zweitrangig, doch für den ersten Eindruck häufig bereits ausschlaggebend. Die Forerunner 55 wird von Garmin offiziell als Laufuhr beworben und tatsächlich sind es bei dieser Uhr die vielen Lauffunktionen, die hervorstechen. Über all diese Funktionen werden wir gleich noch ausführlich sprechen.

Zunächst aber mal ein paar Eckdaten. So viel Zeit muss sein! 😉 Wenn man die Uhr das erste Mal auspackt und in die Hand nimmt, dann fällt sofort auf, wie klein und leicht sie ist. Mit einem Gehäusedurchmesser von 42 mm, einer Dicke von 11,6 mm und einem Gewicht von gerade einmal 37 Gramm zählt die Forerunner 55 zu den kleinsten und leichtesten Sportuhren auf dem Markt.

Forerunner 55 Größenvergleich zur Fenix 6
Größenvergleich zur Garmin Fenix 6.

Aus all den Uhren aus meinen Tests fällt mir dabei sogar eigentlich nur ein Modell ein, welches ähnlich kleine und leichte Proportionen hat, und das ist, wenig überraschend, die Forerunner 245, die dem 55er Modell generell sehr ähnlich sieht.

Generell ist diese Uhr wieder einmal eine typische Forerunner und besteht vollständig aus Plastik. Im Endeffekt also nicht ganz so hochwertig, wie zum Beispiel die Uhren aus Garmins Fenix-Serie oder auch die Polar Vantage V2 oder die Suunto 9, die aus Aluminium, Stahl oder Titan bestehen, dafür aber wie gesagt deutlich kleiner und leichter. Doch viel mehr Worte möchte ich über das äußere Erscheinungsbild auch gar nicht verlieren. Sprechen wir viel lieber über das, was diese Uhr wirklich auszeichnet, und das sind die vielen Lauffunktionen. Ich kann es ja selber kaum erwarten! 😉

Sport- und Lauffunktionen

Ich habe es ja gerade schon einmal gesagt, aber ich möchte auch hier nochmal betonen, dass es bei der Forerunner 55 vor allem die Läufer sind, die voll auf ihre Kosten kommen werden. Das wird auch direkt deutlich, wenn wir in den Trainingsmodus gehen, was wir tun können, indem wir oben rechts auf den gelb hinterlegten Start-Button klicken.

Dort finden wir dann nämlich direkt den Lauf-Modus und wenn wir weiter nach unten gehen auch noch die Modi Laufband, Laufbahn, Hallenbahn und Virtual Run. Vor allem auf den Laufbahn-Modus kommen wir gleich auch nochmal zu sprechen, aber gehen wir erstmal ganz klassisch in den Laufmodus, denn dort finden wir bereits einige Neuerungen im Vergleich zur Forerunner 45.

Hier finden wir zum Beispiel direkt mal Trainingsvorschläge für den heutigen Tag. Das ist ganz einfach basierend auf der Trainingsintensität der letzten Tage, der Erholung und dem Fitnessziel, welches man selber festlegen kann. In meinem Fall schlägt mir die Forerunner 55 jetzt zum Beispiel vor, dass ich für heute einen Basislauf mit einer Geschwindigkeit von 6:10 Minuten pro Kilometer und einer Gesamtdauer von 27 Minuten absolvieren sollte. Na dann soll es das wohl werden! 😉

Forerunner 55 Trainingsvorschlag

Neu sind zudem die PacePro Pläne, die von Läufern sehr geschätzt werden. PacePro ist eine Funktion von Garmin, mit der du deine Ziel-Geschwindigkeit beim Laufen besser den Gegebenheiten der Strecke anpassen kannst.

Dabei kannst du dann einfach eine Strecke auswählen und dann werden die Steigungen und Gefälle der Strecke analysiert und die Geschwindigkeit entsprechend angepasst. Bei starken Steigungen wird die Ziel-Pace also geringer und wenn es bergab geht, wird sie schneller.

Außerdem kannst du auch selber Strategien entwickeln. Wenn du also zum Beispiel während eines längeren Laufs erst etwas langsamer starten willst und dich dann nach und nach steigern willst, dann kannst du das ebenfalls über die PacePro Funktion planen.

Wenn du fertig mit der Planung bist, kannst du das Ganze auf die Uhr laden und dann zeigt dir die Forerunner 55 während deiner Laufeinheit an, wie schnell du aktuell bist und was deine Zielgeschwindigkeit für diesen Streckenabschnitt war, damit du dann genau wie geplant laufen kannst.

Forerunner 55 Pace Pro

Eine weitere Neuerung ist auch die geschätzte Endzeit, bei der du auswählen kannst, wie viel du laufen möchtest, also zum Beispiel 10 km. Daraufhin wird während deines Laufs anhand deiner aktuellen Geschwindigkeit geschätzt, wie lange du noch bis zu den 10 km laufen musst. Das kann dann einfach nochmal als eine kleine Extra-Motivation dienen. Bei mir hat es das ab und zu auf jeden Fall! 😉

Ebenso kannst du auch Alarme einstellen, also zum Beispiel Herzfrequenz Bereiche auswählen, die du während des Trainings nicht unter- oder überschreiten willst, und dann gibt dir die Uhr dementsprechend ein Signal mithilfe einer kleinen Vibration.

Daneben kannst du auch noch zahlreiche weitere Trainings auf die Uhr laden. Das kannst du ganz einfach mit der App, bzw. genauer gesagt mit dem Garmin Coach machen. Dort kannst du dir dann zum Beispiel einen Trainingsplan für die 5 Kilometer Strecke, die 10 Kilometer Strecke oder den Halbmarathon zusammenstellen lassen.

Dafür musst du dann angeben, wie viel du aktuell pro Woche läufst, was dabei deine Durchschnittsgeschwindigkeit ist und was dein Ziel ist und dann hast du die Auswahl zwischen verschiedenen Coaches, also zum Beispiel einer Physiotherapeutin, die diesen Plan innerhalb von 22 Wochen und 4 Einheiten pro Wochen mit dir durchziehen würde, oder einem Olympiateilnehmer, einem Online-Laufcoach und so weiter.

Wenn du fertig bist, findest du die anstehenden Einheiten aus dem Trainingsplan dann im “Trainingskalender“.

Wie du siehst, hast du also schon mal einige Optionen und Vorschläge, die Garmin dir für dein Lauftraining mit an die Hand gibt. Während des Laufens werden dann die wichtigsten Statistiken dazu aufgezeichnet.

Dafür kannst du dir Trainingsseiten nach deinen eigenen Vorstellungen zusammenstellen und dabei bis zu 4 Datenfelder pro Seite auf die Uhr laden. Bei anderen Uhren sind es ja teilweise bis zu 8 Datenfelder, aber wie gesagt, die Forerunner 55 ist sehr klein, von daher sind es hier nur 4, aber du kannst natürlich mehrere Seiten erstellen.

Garmin Forerunner 55 Trainingsstatistiken

Bei den Statistiken kannst du dann zwischen vielen verschiedenen auswählen: Timer, Distanz, Pace, Geschwindigkeit, Kalorien, Herzfrequenz, Herzfrequenzbereich, Durchschnitts-Herzfrequenz, Rundengeschwindigkeit, Schritte und so weiter.

Hier hast du eigentlich fast alles mit an Bord, was man als Läufer benötigt, auch wenn die Auswahl bei teureren Garmin Uhren hier nochmal größer ist. Bei der Fenix 6 oder der Forerunner 945 kannst du zum Beispiel noch so etwas, wie die Laufeffizienz berechnen lassen, was Statistiken, wie die Bodenkontaktzeit, die Schrittfrequenz oder das vertikale Verhältnis beinhaltet.

Wie gesagt, 99% der Läufer werden aber auch mit den Statistiken der Forerunner 55 absolut auskommen.

Besonders interessant ist dabei auch noch der Laufbahn-Modus. Das Problem beim Laufen auf der Bahn ist nämlich, dass das GPS von Sportuhren hier häufig sehr ungenau ist und am Ende Distanzen rauskommen, die einfach nicht stimmen. Einen Extramodus für die Laufbahn haben wir daher erstmals bei den Coros-Uhren gesehen und nun hat auch Garmin diesen Modus adaptiert.

Dabei kannst du dann deine Bahnnummer auswählen und direkt loslegen. Die ersten paar Runden dienen der Forerunner 55 noch so ein wenig als Kalibrierung, also hier kann es noch teilweise zu Ungenauigkeiten kommen, aber danach werden die Runden wirklich sehr genau getrackt.

Um dir das zu zeigen, habe ich das Ganze einfach mal in der Praxis getestet. Dazu bin ich zum Sportplatz gefahren und dort exakt 12 Runden gelaufen. Und das, obwohl mein Trainingsvorschlag für den heutigen Tag etwas anders aussah… Aber was tut man nicht alles für die Wissenschaft! 😉

Dabei habe ich meine Geschwindigkeit immer mal wieder variiert, bin also an einigen Stellen auch nur gegangen, was die geringe Durchschnittsgeschwindigkeit erklärt. Während die Forerunner 55 eine gesamte Distanz von 4800 Metern aufgezeichnet hat, was eben auch genau den 12 Runden entspricht, lagen die Fenix 6 und die Polar Vantage V2, die ich zu Testzwecken gleichzeitig getragen habe, daneben. Bei der Fenix 6 waren es 5,09 km und bei der Vantage V2 sogar 5,12 km. Beim Laufen auf der Bahn zahlt sich der Laufbahn Modus der Forerunner 55 also definitiv aus.

Laufbahnmodus der Forerunner 55

Wie du siehst, gibt es hier besonders für Läufer wirklich zahlreiche sinnvolle Funktionen. Aber wie gesagt, die Forerunner 55 ist primär eine Laufuhr und daher gibt es auch einige Sportmodi, die die Uhr vermissen lässt. Allen voran ist das zum Beispiel ein Multisport- bzw. Triathlon-Modus, mit dem du mehrere Sportarten in einer Trainingseinheit aufzeichnen kannst.

Daneben fehlt im Gegensatz zu teureren Garmin Uhren auch noch ein Freiwassermodus. Einen normalen Schwimmbad-Modus gibt es, aber für das Schwimmen im Freiwasser gibt es keine extra Option. Außerdem vermisse ich persönlich auch etwas den Krafttraining-Modus.

Gefreut habe ich mich hingegen darüber, dass die Forerunner 55 einen HIIT-Modus anbietet und daneben dürften sich viele auch über die Profile Yoga, Crosstraining, Stepper oder Pilates freuen.

Die Standard-Widgets für den Alltag

Garmin Forerunner 55 Alltags Widgets

Aber gut, dann würde ich sagen haben wir jetzt genug Zeit im Trainingsmodus verbracht und schauen uns mal die weiteren Funktionen der Uhr an. Zunächst einmal kann man sehen, dass, wie wir es mittlerweile bei immer mehr Garmin Uhren sehen, wir die so genannten Widget-Übersichten haben. Das heißt, wir sehen nicht immer nur einen Menüpunkt pro Bildschirm, sondern bis zu 3 und können dann mit einem Klick näher in das einzelne Widget reinspringen.

Ganz oben haben wir zum Beispiel nochmal einen Überblick über unseren aktuellen Trainingsstatus. Das heißt, wenn wir dort näher reingehen, dann sehen wir unseren VO2max Wert, also unsere maximale Sauerstoffkapazität, die dir im Prinzip deine aktuelle Leistungsfähigkeit angibt.

Wenn wir weiter runtergehen, bekommen wir dann auch noch eine Laufprognose für die 5 km, 10 km, Halbmarathon und Marathon-Strecke und noch weiter unten sehen wir dann, wie lange wir uns nun optimalerweise bis zur nächsten Einheit erholen sollten.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Body Battery, die dir im Grunde genommen eine Auskunft über dein aktuelles Energielevel liefert. Durch intensives Training und generell einen stressigen Tag ziehen wir diese Batterie leer und während wir schlafen wird die Batterie wieder aufgeladen.

Im gleichen Zusammenhang kannst du übrigens auch dein Stresslevel im Überblick behalten. Mit diesen beiden Funktionen siehst du dann während des Tages, wie ausgeruht du bist und wie viel Energie du noch hast. Auch wenn das natürlich immer nur eine Schätzung ist, kamen mir die Werte hier durchaus schlüssig vor.

Wir kommen gleich auch noch auf Schwächen der Forerunner 55 zu sprechen, aber was die Sport- bzw. besonders die Lauffunktionen angeht, ist diese Uhr trotz des geringen Preises wirklich ein absolutes Top-Modell.

Smarte Funktionen: Wie smart ist die Forerunner 55?

Garmin Forerunner 55 Benachrichtigungen

Die Forerunner 55 ist wie wir gesehen haben eine klassische Sportuhr und keine Smartwatch. Ein paar smarte Funktionen dürfen allerdings heutzutage auch bei einer Sportuhr einfach nicht fehlen.

Die erste Funktion ist sogar wieder einmal besonders für Läufer bzw. generell Sportler interessant und das ist die Musikfunktion. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich brauche bei meinen Laufeinheiten einfach Musik und dabei ist es immer etwas nervig, wenn man zum Steuern der Musik das Smartphone aus der Hosentasche holen muss. Genauer gesagt möchte ich mit einem einfachen Klick auf der Uhr “Eye of the Tiger“ zur Motivation abspielen lassen. 😉

Die Forerunner 55 bietet daher wie die meisten modernen Sportuhren die Option, die Musik deines Smartphones direkt über die Uhr zu steuern. Du kannst also zum nächsten Song klicken, die Lautstärke regulieren und so weiter. Optimalerweise bieten Sportuhren natürlich auch einen eigenen Musikspeicher, sodass man das Handy gar nicht mehr mit sich führen muss, doch das ist bei der Forerunner 55 leider nicht der Fall. Also, Musik steuern: Ja. Eigener Musikspeicher: Nein.

Als weitere smarte Funktion haben wir dann noch die Kalenderfunktion. Hier wird mir in meinem Fall jetzt zum Beispiel die bevorstehende Trainingseinheit aus meinem Trainingsplan angezeigt, doch hier werden dir eben auch alle Kalendereinträge angezeigt, die du in deinem Smartphone so eingetragen hast.

Ebenso werden dir auch alle Push-Benachrichtigungen angezeigt, die so auf deinem Handy landen. Du siehst WhatsApp Nachrichten, E-Mails oder Push-Benachrichtigungen deiner Nachrichten-App also direkt auf der Uhr. Dabei kannst du über die App festlegen, von welchen Apps du genau Benachrichtigungen erhalten willst und von welchen nicht. Ein Nachteil der Uhr ist es dann noch, dass du zwar Benachrichtigungen empfangen kannst, aber nicht auf diese reagieren kannst. Du kannst also nicht mit vorgefertigten Antworten reagieren und natürlich auch keine ganzen Texte über die Uhr schreiben, wie es ja bei manchen Smartwatches der Fall ist.

Weitere Infos, die vom Handy auf die Uhr übertragen werden, sind auch die Wetterinfos. Dabei wird dir die aktuelle Temperatur, die gefühlte Temperatur, die Regenwahrscheinlichkeit und die Windstärke angezeigt und wenn du weiter runter scrollst, dann siehst du noch die Prognosen für die nächsten Stunden und die nächsten Tage und ganz unten siehst du dann auch noch die Luftfeuchtigkeit, den Taupunkt und den UV-Index.

Eine letzte ganz interessante smarte Funktion ist dann auch noch die Unfall-Benachrichtigung. Wenn ein Unfall erkannt wird oder du die Notfallhilfe manuell anforderst, dann sendet Garmin Connect deinen Namen und deine Position an deine Notfallkontakte. Diese kannst du ebenfalls über die App einstellen.

Eine smarte Funktion, die bei der Forerunner 55 bisher im Gegensatz zu vielen anderen Garmin Uhren fehlt, ist das kontaktlose Bezahlen mittels Garmin Pay. Unter uns gesagt habe ich das zwar ehrlich gesagt sowieso nie so wirklich genutzt, aber im Rahmen dieses Testberichts soll das Fehlen dieser Funktion natürlich dennoch nicht unerwähnt bleiben.

Pulsmessung: Wie genau wird die Herzfrequenz gemessen?

Garmin Forerunner 55 Optischer Pulssensor

Bei all den zahlreichen Sport- und Lauffunktionen, die ich dir im Laufe dieses Testberichts bereits vorgestellt habe, ist natürlich auch wichtig, dass wir uns auf sie verlassen können. Dafür müssen die Sensoren der Uhr einen guten Job verrichten. Allen voran spreche ich hierbei vom optischen Pulssensor, der bei der Forerunner 55, wie ja eigentlich bei allen Sportuhren, auf der Rückseite des Gehäuses verbaut ist.

Interessant ist dabei, dass bei der Forerunner 55 noch der Herzfrequenzsensor der dritten Generation verbaut ist, während die Venu 2 oder auch die Forerunner 945 LTE, die ungefähr im gleichen Zeitraum erschienen sind, bereits die vierte Generation verbaut haben. Hier haben wir nun allerdings weiterhin den Sensor verbaut, der auch bei den meisten anderen Garmin-Uhren der letzten 1-2 Jahre mit an Bord war.

Schauen wir uns am besten einfach mal die Puls-Genauigkeit der Forerunner 55 an. Hier siehst du eine meiner Laufeinheiten, welche ich neben der Uhr selber gleichzeitig mit einem Brustgurt aufgezeichnet habe, da dieser ja generell als sehr genau bekannt ist:

Garmin Forerunner 55 Pulsmessung Laufen

Wie wir sehen gibt es einmal zu Beginn für einen kurzen Augenblick eine leichte Abweichung, aber insgesamt stimmen beide Kurven größtenteils überein. Wir sehen auch, dass die durchschnittliche und maximale Herzfrequenz, die man gerne mal als Referenz nimmt, ebenfalls zwischen der Uhr und dem Brustgurt übereinstimmen.

Als nächstes habe ich mich dann auf mein Rad geschwungen und auch hier wieder die Pulsgenauigkeit unter die Lupe genommen. Hier die Ergebnisse meines Rad-Tests:

Garmin Forerunner 55 Pulsmessung Radfahren

Auch hier sehen wir, dass sich beide Kurven doch schon sehr, sehr ähnlich sind. Wenn es Abweichungen gibt, dann waren das nur 1-2 Herzschläge, womit ich persönlich auf jeden Fall leben kann.

Ein anderes Bild zeichnet sich dann allerdings ab, wenn wir uns die Pulsmessung nochmal während des Krafttrainings angucken. Kurze Vorgeschichte: Beim Krafttraining ist das Handgelenk nicht so ruhig, wie beim Laufen oder beim Radfahren und außerdem ist auch der Puls nicht gleichbleibend, sondern geht immer wieder hoch und runter. Das macht es für den optischen Pulssensor der Uhr im Normalfall sehr schwer. Wie sieht es also bei der Forerunner 55 aus?

Garmin Forerunner 55 Pulsmessung Krafttraining

Tut mir leid, falls du dir jetzt Hoffnungen gemacht hast, aber auch hier sehen wir sehr starke Abweichungen zum Brustgurt. Um genau zu sein kann man auch sagen, dass die Pulsmessung der Uhr in diesem Fall einfach nicht zu gebrauchen ist. Das liegt jetzt allerdings nicht speziell an der Forerunner 55, denn ich habe generell noch keine Sportuhr erlebt, die beim Krafttraining oder zum Beispiel auch beim HIIT Training wirklich genaue Herzfrequenzwerte liefert. In solchen Fällen greife ich persönlich daher immer zu einem Brustgurt.

GPS-Genauigkeit & Navigation

Neben der Pulsmessung ist es auch wichtig, dass das GPS der Uhr möglichst genau ist, damit unsere Strecken richtig aufgezeichnet werden. Auch hier verlasse ich mich natürlich nicht einfach blind auf irgendwelche Hersteller-Angaben, sondern teste das Ganze in der Praxis.

Erneut schwinge ich mich dafür auf mein Rad und lasse meine Route aufzeichnen. Hier siehst du die aufgezeichnete Route der Forerunner 55 mal im direkten Vergleich zu den Ergebnissen der Fenix 6 und der Polar Vantage V2, die ich zu Testzwecken gleichzeitig getragen habe.

Garmin Forerunner 55 GPS-Genauigkeit

Wie du siehst tun sich alle drei aufgezeichneten Routen dabei echt nicht viel und zeichnen meine Strecke allesamt recht genau auf. Wenn es zu Abweichungen zwischen den dreien kam, dann war es sogar meistens die Fenix 6, die etwas ungenau war. Die Forerunner 55 hat meine Strecke insgesamt durchaus genau aufgezeichnet und stimmt mich zufrieden.

Wo wir gerade schon einmal beim Thema GPS sind, können wir auch noch kurz auf die Navigationsfunktionen zu sprechen kommen, denn genau hier liegt eine der größten Schwachstellen der Forerunner 55. Genauer gesagt gibt es nämlich gar keine Navigationsfunktionen.

Bei deutlich teureren Outdoor Spotuhren, wie der Fenix 6 kannst du hier auf extrem detailreiche topografische Karten zugreifen und hast hier fast schon ein komplettes Navigationssystem zur Hand. Und auch bei im Vergleich zur Forerunner 55 nur etwas teureren Sportuhren, wie der Forerunner 245 oder der Polar Vantage M hast du wenigstens eine einfache Pfeil-Navigation oder eine Back-to-Start Funktion.

All das hast du bei der Forerunner 55 leider nicht. Ebenso fehlen im Vergleich zu Outdoor Sportuhren ein Barometer zur Höhenmessung, sowie ein Kompass, ein Gyroskop oder auch ein Thermometer. Bei all diesen Sensoren lässt sich sicherlich darüber streiten, wie sehr man sie wirklich braucht. Wie gesagt, für 99% der Läufer wird das Fehlen dieser Sensoren kaum einen Unterschied machen, aber vor allem für Outdoor Sportler, also zum Beispiel Menschen, die viel in den Bergen unterwegs sind, macht sich dieses Fehlen schon bemerkbar.

Die Akkulaufzeit

Garmin Forerunner 55 Akkulaufzeit

Kommen wir dann zu einem letzten wichtigen Qualitätsmerkmal von Sportuhren und das ist die Akkulaufzeit. Für mich persönlich übrigens immer eines der wichtigsten Kriterien bei einer Sportuhr. Aber es soll ja hier auch schließlich nicht um mich gehen, sondern um die Forerunner 55! 😉

Und hier wurde, wie ich es ja schon zu Beginn dieses Testberichts einmal gesagt habe, die Lücke zwischen der Forerunner 45 und der 245 geschlossen.

Die Forerunner 55 hält laut Garmin im Smartwatch-Modus bis zu 2 Wochen und im durchgängigen Trainingsmodus-GPS-Modus bis zu 20 Stunden. Den so genannten Smartwatch-Modus könnte man meinen Erfahrungen allerdings eher als Standby-Modus bezeichnen, denn die 2 Wochen kann man eigentlich nur erreichen, wenn man die Uhr wirklich gar nicht nutzt. Dennoch bin ich nicht unzufrieden mit der Akkulaufzeit. Die Uhr hält bei mir bei normalem Gebrauch ungefähr 5 Tage, womit ich voll zufrieden bin.

Die Angabe im GPS-Modus halte ich für realistisch. Auch wenn ich selber im Rahmen meines Tests jetzt nie wirklich 20 Stunden am Stück trainiert habe, so müssten es hochgerechnet schon an die 20 Stunden sein, während es beim Vorgänger, der Forerunner 45 ja nur 13 Stunden waren. Hier hat Garmin also nochmal ordentlich einen draufgelegt.

Fehlen tun im Vergleich zu teureren Garmin Uhren die Akkusparmodi. Bei der Fenix 6 kannst du zum Beispiel separate Modi, wie den Expeditionsmodus nutzen, bei dem dann gewisse Sensoren und Funktionen abgeschaltet werden, wodurch die Akkulaufzeit nochmal signifikant erhöht werden kann. Aber wie gesagt, insgesamt bin ich mit der Akkuleistung der Forerunner 55 absolut zufrieden.

Das Fazit meines Garmin Forerunner 55 Tests

Garmin Forerunner 55 VO2max

Was kann man denn nun unterm Strich zur Forerunner 55 festhalten? Von Garmin wird diese Uhr als Laufuhr betitelt und genau das ist sie in meinen Augen auch. Für Läufer, die eine günstige Sportuhr für unter 200 Euro suchen, ist diese Uhr aktuell wahrscheinlich sogar die beste Lösung.

Sie bietet für diesen Preis wirklich unglaublich viele nützliche Lauffunktionen und auch für die meisten anderen Sportler dürfte hier einiges interessantes dabei sein. Mit dem Trainingsstatus, dem VO2max oder der Body Battery kannst du deine Fortschritte dabei auch langfristig im Auge behalten.

Weitere Vorteile der Forerunner 55 sind auch die leichte und schlanke Bauweise, die gute Puls- und GPS-Genauigkeit, sowie die verbesserte Akkulaufzeit.

Zu den Nachteilen der Uhr zählt das Fehlen einiger Sportmodi, wie dem Multisportmodus, dem Krafttraining oder dem Freiwasserschwimmen, sowie allem voran den fehlenden Navigationsfunktionen.

Letzten Endes liegt es also wieder einmal an dir zu entscheiden, welche Funktionen und Merkmale dir wichtig sind. Eines steht für mich persönlich nach meinem mehrwöchigen Test jedoch fest: Für unter 200 Euro wird man aktuell kaum eine bessere Sportuhr finden.

Falls du dir die Uhr selber nochmal in Ruhe anschauen willst, habe ich sie dir zudem hier verlinkt. Mit einem Klick auf das folgende Produktbild oder den orangenen Button gelangst du direkt zu allen wichtigen Informationen, sowie den weiteren Kundenmeinungen.

Angebot
Garmin Forerunner 55
1.519 Bewertungen
Garmin Forerunner 55
• sehr günstig
• viele sinnvolle Lauffunktionen
• viele Sport- und Alltagsfunktionen

Ich hoffe, dass ich dir mit diesem Testbericht weiterhelfen konnte. Falls du noch irgendwelche Fragen zu dieser oder einer anderen Sportuhr hast, dann kannst du mich gerne und jederzeit per Mail kontaktieren, mir bei Instagram schreiben oder einfach einen Kommentar unter diesem Artikel hinterlassen.

Falls dich dieser Testbericht zum Kauf der Garmin Forerunner 55 bewegt hat, dann wünsche ich dir nun ganz viel Spaß mit der Uhr! 😉

Walter Friedrich

Wie wird die Vibration gespürt, leider gibt es über diese wichtige Funktion keine Beschreibung. Ich habe keinesfalls schon einmal geschrieben. Ich bin 82 Jahre, gehörgeschädigt und für mich ist die Beschreibung der genannten Funktion wichtig-

    sport-technik.net

    Hallo,
    Die Vibration spüren Sie am Handgelenk recht deutlich. Bei jeglichen wichtigen Benachrichtigungen, wie einer Aktivitätserinnerung oder Mitteilungen Ihres Smartphones vibriert die Uhr. Ich hoffe, das hilft Ihnen weiter.
    Viele Grüße,
    Bernd

Comments are closed