Nie wieder Nackenschmerzen mit der Faszienrolle: So geht’s!

Nackenschmerzen sind mittlerweile eine echte Volkskrankheit und plagen viele von uns Tag ein Tag aus. Seit Jahren wird daher versucht, das effektivste Mittel gegen die unangenehmen Verspannungen zu finden, um die Menschen von ihren Qualen zu befreien. In den letzten Jahren hat sich dabei auch die Faszienrolle in den Vordergrund gedrängt.

Im heutigen Artikel gehen wir der Wirkung der Faszienrolle gegen Nackenschmerzen auf den Grund und schauen uns die besten Übungen an, um den Verspannungen für immer “Lebewohl“ zu sagen. Viel Spaß! 😉

Faszienrolle für den Rücken
Die Faszienrolle hilft besonders im Bereich des Nackens dabei, Verspannungen zu lösen.

Nackenschmerzen sind mittlerweile in unserer Gesellschaft so weit verbreitet, dass viele sie als unvermeidbar abstempeln und einfach so hinnehmen. Dabei sind sie alles andere als unvermeidbar und genau genommen waren Nackenschmerzen auch nicht immer ein Problem.

Sie haben sich erst durch die zunehmende Inaktivität der Menschheit immer weiter verbreitet. Denn wenn wir mal einen ehrlichen Blick auf unseren heutigen Alltag werfen, dann stellen wir die Ursache für Nackenschmerzen eigentlich relativ schnell fest.

Den Großteil des Tages verbringen die meisten von uns sitzend, die Schultern weit hochgezogen und den Kopf nach vorne gestreckt, um den Computer oder das Smartphone besser bedienen zu können. Den Weg zur und von der Arbeit wiederum legen die meisten von uns mit dem Auto zurück, und auch hier nehmen wir eine ähnliche Haltung ein.

Diese so genannte “Schreibtisch-Haltung“ ist für den Großteil unserer Verspannungen verantwortlich. Besonders der Bereich des Nackens wird durch diese Haltung enorm belastet und es kommt häufig zu Nackenschmerzen und Verspannungen.

Der menschliche Körper ist einfach auf Bewegung und Aktivität ausgelegt und nicht auf das inaktive Sitzen. Und auch die Faszien spielen dabei eine entscheidende Rolle. Genau das schauen wir uns jetzt einmal an.

Frau mit Nackenschmerzen
Nackenschmerzen entstehen häufig, durch vermehrtes Sitzen und die typische "Schreibtisch-Haltung"

Welche Rolle spielen die Faszien dabei?

Die Faszien haben erst in den letzten Jahren in der Wissenschaft an Bedeutung gewonnen, dabei spielen sie in unserem Körper eine immens wichtige Rolle. Die Faszien, den meisten wohl als Bindegewebe besser bekannt, ziehen sich wie ein Spinnennetz durch den gesamten Körper und ummanteln dabei jeden Muskel, jeden Knochen, jedes Gelenk, … einfach alles!

Dabei verleihen sie dem gesamten Körper die nötige Stabilität, sorgen für reibungslose Bewegungsabläufe und sind auch für den Stoffwechsel unverzichtbar. Ich liste Dir zum besseren Verständnis hier mal die Hauptaufgaben der Faszien auf:

  • Geben dem Körper Struktur und Stabilität
  • Begünstigen die Kraftübertragung
  • Dienen als eine Art Gleitfilm der reibungslosen Beweglichkeit
  • Stoffwechsel (Transport von frischen Nährstoffen zu den Zellen und Abbaustoffen von den Zellen weg)
  • Dienen als Puffer/Dämpfer dem Schutz der inneren Organe
  • Wichtiger Teil unseres Nervensystems (größtes Sinnesorgan des Menschen)

Um zu verstehen, welche Rolle die Faszien bei Nackenschmerzen spielen, müssen wir uns ihren Aufbau einmal genauer anschauen. Bereit für eine kleine Anatomie Stunde? 😉

Die Faszien bestehen neben Wasser hauptsächlich aus Elastin und Kollagen. Das Elastin verleiht dem Körper, wie der Name schon verrät, Elastizität und Beweglichkeit. Die Stabilität und Robustheit hingegen werden vom Kollagen geliefert.

Die Kollagenfasern bilden eine sehr geordnete, gitterförmige Struktur. Durch Inaktivität kommt es nun allerdings dazu, dass überschüssiges Kollagen angebaut wird und sich zwischen den Gitterlücken anordnet.

Aus dem ursprünglichen geordneten Gitter mit großen Gitterlücken wird nun ein sehr ungeordnetes Durcheinander mit kleinen Gitterlücken. Die gesamte Struktur ähnelt jetzt in etwa dem Bild von verfilzter Wolle.

Die Folge dessen ist wiederum, dass es zu Stauungen und Verspannungen kommt. Man spricht hier auch davon, dass die Faszien verkleben. Und genau diese verklebten und ungeschmeidigen Faszien sind häufig der Übeltäter für Rücken- und Nackenschmerzen.

Es wird also definitiv Zeit, den Verspannungen den Kampf anzusagen, und genau hier kommt die Faszienrolle ins Spiel! 😉

Wie kann die Faszienrolle gegen Nackenschmerzen helfen?

Durch Inaktivität verkleben die Faszien. Das sorgt für Verspannungen und erschwert zudem den Nährstofftransport. Es sammeln sich Nährstoffe und Flüssigkeiten an bestimmten Stellen an und es kommt zu Stauungen.

Mit der Faszienrolle versucht man, eine Verschiebewelle der Zwischenzellflüssigkeit zu erzeugen. Man presst die Nährstoffe und Flüssigkeiten im Prinzip durch die verengten Gitterlücken der Faszien und löst somit die Knotenpunkte auf.

Zudem hat eine Studie herausgefunden, dass langsames Rollen mit der Faszienrolle kollagenabbauend wirkt. Das durch Inaktivität produzierte überschüssige Kollagen wird somit nach und nach abgebaut, und die ursprüngliche Gitterform nimmt wieder Form an.

Die Gitterlücken werden größer, der Nährstofftransport wird wieder leichter und insgesamt werden die Faszien wieder geschmeidiger und beweglicher. Auch die Verspannungen nehmen somit wieder ab.

Außerdem werden die Zellen des Bindegewebes durch den mechanischen Druck der Faszienrolle dazu angeregt, Hyaluron zu produzieren. Da Hyaluron wiederum Wasser bindet, wird der generelle Wassertransport innerhalb des Körpers gefördert, was sich auch positiv auf die Gleitfähigkeit und Beweglichkeit auswirkt.

All‘ diese Aspekte erklären den Nutzen der Faszienrolle gegen Nackenschmerzen und sonstige Verspannungen!

Ich möchte an dieser Stelle jedoch betonen, dass die Faszienrolle nur gegen akute Nackenschmerzen, als Folge von Verspannungen zu empfehlen ist, und nicht gegen chronische Nackenschmerzen, wie sie beispielsweise nach einem Autounfall auftreten. In diesem Fall bzw. wenn die Nackenschmerzen generell bereits mehrere Wochen anhalten, solltest Du auf jeden Fall einen Arzt konsultieren.

Die besten Faszienrollen für den Nacken

Alles klar, von nun an kannst Du in Deinem Umfeld mit einer geballten Ladung Fachwissen auf dem Gebiet der Faszienrollen punkten. 😉 Was jetzt allerdings noch fehlt, um die Nackenschmerzen wirklich effektiv bekämpfen zu können, ist die passende Faszienrolle, denn auch zwischen den einzelnen Modellen gibt es nochmal starke Unterschiede.

Meiner Meinung nach ist es sowohl bei Nacken- als auch bei Rückenübungen am wichtigsten, dass man eine Faszienrolle mit Wirbelsäulenentlastung wählt.

Wir möchten bei den Faszienübungen unsere Faszien trainieren, und unsere Knochen und Gelenke dabei verschonen. Nebenbei bemerkt kann es auch sehr schmerzhaft sein, mit der Faszienrolle über die Wirbelsäule zu rollen.

Daher würde ich Dir zur Behandlung des Nackens eine Faszienrolle empfehlen, die in der Mitte eine Umlaufrille, bzw. eine kleine Aussparung, hat.

Das ist leider nur bei den allerwenigsten Modellen der Fall. Die Medirolle von Liebscher & Bracht hingegen ist hier die positive Ausnahme. Liebscher & Bracht sind deutschlandweit als DIE Schmerzspezialisten bekannt und lassen ihre jahrelange medizinische und physiotherapeutische Erfahrung mit in ihre Arbeit fließen.

Auf ihrem eigenen YouTube Kanal liefern sie zudem extrem sinnvollen Input und zeigen Dir unter anderem auch, wie man die Faszienrolle richtig benutzt, auch bei Nackenschmerzen.

Die Medirolle ist optimal für alle Übungen im Bereich des Nackens oder des Rückens, da sie eben eine tieferliegende Stelle zur Entlastung der Wirbelsäule hat. Am besten schaust Du sie Dir einfach selber einmal kurz an. Mit einem Klick auf das folgende Produktbild oder den orangenen Button gelangst Du zu allen weiteren Informationen und den Kundenmeinungen.

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Wenn Du ein etwas intensiveres Training haben willst, dann kannst Du auch zum so genannten Faszienball greifen. Dieser erlaubt es Dir, punktuell vorzugehen und an verspannten Stellen einen noch größeren Trainingseffekt hervorzurufen. Hier kannst Du ihn Dir anschauen:

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Und auch der Duo-Ball ist ideal für den Nacken geeignet. Dieser ist im Prinzip eine Mischung aus den beiden vorgegangenen Empfehlungen. Auch mit dem Duo-Ball kannst Du ein intensives, punktuelles Faszientraining absolvieren. Hier kannst Du allerdings sogar beide Seiten des Nackens gleichzeitig trainieren, und die Wirbelsäule entlasten. Den Duo-Ball findest Du hier:

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Die besten Nackenübungen mit der Faszienrolle

Theorie: Check! Die passende Faszienrolle: Check! Jetzt wird es Zeit, das Gelernte in die Tat umzusetzen und den Nackenschmerzen für immer “Lebewohl“ zu sagen. Daher kommen wir jetzt auf die besten Übungen zu sprechen. 😉

Nackenrollen im Liegen

Lege Dich für diese Übung mit dem Rücken auf den Boden, bzw. noch besser auf eine Yogamatte. Winkle die Beine an und stelle die Füße flach auf den Boden. Nun platzierst Du die Faszienrolle mittig an Deinem Nacken.

Von dieser Position aus beginnst Du nun mit dem Faszientraining, indem Du den Kopf von einer Seite zur anderen drehst. Wichtig: Gehe hierbei sehr langsam vor und beharre besonders an den verspannten Stellen ein paar Sekunden.

Alternativ kannst Du hier auch mit einem Faszienball arbeiten, um einen noch intensiven Effekt hervorzurufen und punktueller arbeiten zu können.

Nackenrollen im Stehen

Im Stehen hast Du etwas mehr Kontrolle über den Druck und kannst die Intensität besser anpassen. Stelle Dich für diese Übung mit dem Rücken vor eine Wand und platziere die Faszienrolle wieder mittig im Bereich des Nackens. Von dieser Position aus kannst Du leicht in die Knie gehen und Dich wieder aufrichten, um mit der Faszienrolle den Nacken abzurollen.

Diese Fehler solltest Du mit der Faszienrolle verhindern, um Nackenschmerzen zu vermeiden

Fehler #1: Zu schnelles Rollen

Ein zu schnelles Vorgehen ist wohl der häufigste Fehler, den Leute mit der Faszienrolle machen. Was viele dabei nicht verstehen, ist, dass es einen enormen Unterschied ausmacht, schnell oder langsam zu rollen.

Um eines klarzustellen: Das schnelle Rollen ist per se nichts Schlechtes! Es ist jedoch nicht als Mittel gegen Nackenschmerzen zu empfehlen. Das schnelle Rollen regt die Durchblutung an und fördert die Kollagenproduktion.

Wenn wir uns an das Problem verklebter Faszien zurückerinnern, wissen wir, dass es hierbei der Plan ist, mit der Faszienrolle überschüssiges Kollagen abzubauen. Durch schnelles Rollen erreichen wir jedoch leider das Gegenteil und regen der Körper zur Produktion an.

Nützlich ist das schnelle Rollen also nur bei zu schwachem Bindegewebe, dessen Stabilität wir fördern möchten. Dies ist zum Beispiel bei Cellulite der Fall. Auch zum Aufwärmen eignet sich das schnelle Vorgehen mit der Faszienrolle.

Um Verspannungen den Kampf anzusagen, ist es jedoch wichtig, bewusst langsam zu rollen, denn nur so erreichen wir den gewünschten Zweck. Wissenschaftler empfehlen hier sogar eine Geschwindigkeit von 1 cm pro Minute.

Das ist natürlich in der Praxis kaum bis garnicht umzusetzen, zeigt uns jedoch trotzdem, wie wichtig es ist, langsame Bewegungen mit der Faszienrolle auszuführen.

Fehler #2: Zu schwaches Rollen

Wie ich vorhin bereits erwähnt habe, wollen wir mit der Faszienrolle eine Verschiebewelle der Zwischenzellflüssigkeiten erreichen. Mit anderen Worten: Wir pressen die verstauten Nährstoffe und Flüssigkeiten durch die Transportwege der Faszien und lösen so die Knotenpunkte auf.

Diese Verschiebewelle kann allerdings nur mit einem ausreichend großen Druck hervorgerufen werden. Wenn Du mit der Faszienrolle nur sehr schwach über Deinen Körper rollst, erreichst Du nur die Oberfläche und nicht die tieferliegenden Faszien an sich.

Viele machen hier den Fehler, jeglichen unangenehmen Körpergefühlen aus dem Weg zu gehen. Es ist jedoch, besonders am Anfang, völlig normal, dass Du beim Rollen leichte Schmerzen verspürst. Solange Du unter dem Schmerz noch entspannen kannst, bist Du genau auf dem richtigen Weg.

In diesem Fall wird der leichte, anfängliche Schmerz nämlich schon bald einem umso angenehmeren Körpergefühl weichen! 😉

Fehler #3: Rollen ohne System

Last but not least: Fehler Nummer 3: Das Rollen ohne System. Das wilde hin und her Rollen sieht man auch immer wieder. Dass das allerdings fast gar keinen Effekt hat, wissen leider die wenigsten.

Im Grunde genommen kann man sich das Ganze, wie das Fegen des Küchenbodens vorstellen. Auch hier befindet sich an manchen Stellen viel Dreck, den wir versuchen systematisch zusammenzukehren und dann zu entfernen.

Wir würden in diesem Falle auf einer Seite anfangen und den gesamten Dreck zur anderen Seite kehren. Das macht auf jeden Fall deutlich mehr Sinn, als immer hin und her zu fegen, denn dann verteilt sich der Dreck immer wieder aufs Neue auf dem gesamten Küchenboden.

Die Verschiebewelle, die wir mit der Faszienrolle erreichen wollen, sollte daher auch nur in eine Richtung erfolgen. Rolle also bewusst langsam und immer in eine Richtung!

Fazit: Die Faszienrolle gegen Nackenschmerzen

Nackenschmerzen sind für unzählige Menschen ein leidiges Thema und treten vermehrt als Folge von Inaktivität und einer sitzenden und gekrümmten Körperhaltung auf. Die dadurch entstehenden Verspannungen und verklebten Faszien lassen sich ideal mit der Faszienrolle bekämpfen.

Dabei ist es wichtig, langsam und kräftig vorzugehen und auf die richtige Faszienrolle zu setzen. Mit den von mir empfohlenen Modellen solltest Du auf jeden Fall schon mal an einer guten Adresse sein!

Ich hoffe daher, dass ich Dir mit diesem Artikel weiterhelfen konnte. Wenn Du dennoch noch weitere Fragen zu diesem Thema hast, kannst Du mir gerne eine Mail schreiben oder einen Kommentar unter diesem Artikel hinterlassen.

Ansonsten wünsche ich Dir jetzt erstmal viel Spaß und Erfolg beim Bekämpfen Deiner Nackenschmerzen mit der Faszienrolle! 😉

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